horus 2/2022
Schwerpunktthema: "Natur und Garten"

Titelbild horus;

Titelbild: Zweig weißer Kirschbaumblüten in der Hand einer Frau mit dunklem, lockigem Haar. Lächelnd nimmt sie den Duft wahr. Foto: Marion Happe


Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis sowie Auszüge des horus 2/2022. Der vollständige Text wird Ende August an dieser Stelle zu lesen sein. Bei Interesse erhalten Sie eine kostenlose Ausgabe des horus im Printformat, in Braille oder digital gerne über die DVBS-Geschäftsstelle, Tel.: 06421 94888-0, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Inhalt

  • Vorangestellt
  • Aus der Redaktion
  • Schwerpunkt: "Natur und Garten"
    • A. Bach: Mein Garten! Eine wachsende Aufgaben
    • A. Holzer im Interview mit I. Brawata: "Der Berg gibt mir eine gnadenlose Rückmeldung über meine Fähigkeiten": Hochleistungssport Bergklettern für Körper und Geist
    • M. Klaus: Bienenzüchter und Aktivist: Ojok Simon gibt blinden Menschen in Uganda neue Perspektiven
    • C. Böhme: Nature without Barriers oder Natur ohne Barrieren - Ein europäisches Projekt unter Beteiligung des DBSV
    • C. Krauss im Interview mit A. Katemann: Ich genieße das Rauschen des Windes und das Summen der Insekten in meinem Garten
    • S. Hahn: Im Zahlenwald oder: Wie finde ich (m)einen Baum?
    • V. Rühl-Hoffmann und M. Bastin: Digital und inklusiv - Wie das Projekt "Grüne Oase" der Nikolauspflege Garten neu denkt
    • M. Plarre: Von der Faszination des Wellenrauschens6
  • Beruf, Bildung und Wissenschaft
  • Recht
    • U. Boysen: Triage und Behinderung
  • Barrierefreiheit und Mobilität
  • Berichte und Schilderungen
    • P. Krines: "Dieser Krieg ist schwer zu begreifen": Eine blinde Lehrerin berichtet aus der Ukraine
    • Dr. I. Troltenier: Dr. Hans-Eugen Schulze zum 100. Geburtstag
    • K. Schaude: Zeitenwende - Vom Leben nach der blista: Neue Herausforderungen
    • T. Büchner: "Der Blindenfußball hat sich weiterentwickelt - genau wie ich"
  • Aus der Arbeit des DVBS
  • Aus der blista
  • Bücher
  • Panorama
    • bvkm: Steuermerkblatt
    • Paritätischer Gesamtverband: Verschwörungserzählungen als Herausforderung für die Selbsthilfe
    • DVBS: Quick Guide für barrierefreie Word-Dokumente
    • DBSV: Ohren auf und los - Inklusives Online-Spiel "Blind zum Bus"
    • DVBS: ICC - Sehbeeinträchtigte Jugendliche treffen sich in Portugal
    • PRO RETINA Deutschland e. V.: Checkheft zur Bewahrung von Alltagskompetenzen trotz Sehbehinderung
  • Impressum
  • Anzeigen

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Vorangestellt

Liebe Leserinnen und Leser,

endlich wieder Frühling, werden viele von uns denken. Die Welt riecht wieder bunter, die Tage werden heller und die Vögel stimmen ihre Gesänge an. Vorbei sind die dunklen Tage. Wir können barfuß am Strand spazieren und dem Wellenrauschen zuhören. Die Natur ist ein Ort der Entspannung. Wir können Kraft tanken und den hektischen Alltagstrubel hinter uns lassen.

Diese idyllischen Bilder naturnahen Erlebens sind noch nicht so alt. Früher war die Natur mit ihren Gewalten eher eine Bedrohung für die Menschen. Blitz und Donner, Stürme und extreme Dürren konnten Existenzen gefährden. In der Ära der Naturwissenschaften ist vieles für uns erklärbar geworden, und manchmal glauben wir auch, die Natur bändigen zu können. Dass den Menschen dies nie gelingen wird, haben Starkregen und Sturmfluten im letzten Jahr gezeigt.

In unserer Einstellung hat sich in naher Vergangenheit einiges geändert. Wir haben erkannt, dass wir ein Teil der Natur sind und mit ihr in Koexistenz leben müssen. Dazu gehört Respekt vor und Kenntnis über die Natur.

Deshalb ist die Natur in all ihrer Vielfalt und Faszination zu erleben und zu erkunden im Alltag unserer blista-Schüler*innen seit jeher ein wichtiger Bestandteil. Fahrten nach Westerhever ans Wattenmeer oder das Arbeiten an unseren schuleigenen Hochbeeten sind da nur zwei Beispiele. Naturerfahrungen und Naturerleben in unseren Unterricht zu integrieren bedeutet, das Klassenzimmer zu verlassen und die Lehrbücher beiseite zu legen.

Dieser horus gibt uns einen Einblick in die vielen Möglichkeiten, Natur zu begegnen oder auch sinnvoll zu gestalten. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

Zum Inhalt

Im Schwerpunkt "Natur und Garten" erzählt Anette Bach von den Tücken des Gärtnerns und Michael Plarre nimmt uns mit auf eine Reise ans tosende Meer. Claudia Böhme beschreibt, wie ein ERASMUS-Projekt unter Beteiligung des DBSV "Natur ohne Barrieren" zugänglich machen möchte. Der blinde Bergsteiger Andy Holzer gibt im Interview mit Isabella Brawata einen Einblick in seine Bergwelt und Matthias Klaus porträtiert einen blinden Bienenzüchter aus Uganda, der mit seinem Engagement vielen blinden Menschen in Uganda eine Zukunftsperspektive aufgezeigt hat. Ein sehr lesenswerter und lohnenswerter Schwerpunkt, wie ich finde.

Danke

Für mich sind diese Zeilen mein letztes "Vorangestellt". Ende Juni gehe ich nach mehr als 30 Jahren an der blista in den Ruhestand und werde somit auch den horus verlassen.

Dem DVBS und der blista wünsche ich weiterhin viel Engagement, Leidenschaft und Kreativität für die Erfüllung unserer gemeinsamen Aufgaben. Dem Redaktionsteam des horus danke ich für die sehr gute Zusammenarbeit. Ich werde der Zeitschrift zukünftig als interessierter Leser erhalten bleiben.

Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute!

Herzliche Grüße

Ihr

Claus Duncker
(Direktor der blista)

Bild: Claus Duncker lächelt. Er hat kurzes, graues Haar und trägt eine randlose Brille. Foto: Bruno Axhausen

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Schwerpunkt: "Natur und Garten"

Mein Garten! Eine wachsende Aufgabe

Von Anette Bach

Es war Mai, als wir in unser neues, eigenes Haus einzogen. Ein Häuschen mit Garten! Ein Reihenhaus mit kleinem Garten, aber immerhin. Drumherum ein Jägerzaun, den hatten fast alle, damit machten wir dann wohl nichts falsch.

Der Einzug war geschafft und nun ging's um den Garten. Vor dem Haus und hinten hatte die Baufirma Rasen eingesät. Mehrmals täglich ging ich in die Hocke, um zu fühlen, ob das Gras schon gewachsen war. Der Mairegen half mit und wirklich, schon nach wenigen Tagen hatten wir ein kindermalbuchgrünes Grundstück. War das schön! Bald danach hieß es: "Ihr müsst jetzt mal mähen, damit der Rasen kräftig und dicht wird." Ach ja, natürlich. Wir brauchen einen Rasenmäher. Nur, welchen? Man rät uns zu einem nicht zu großen, elektrischen. Lächelnd wird uns noch zum Erwerb einer Kabeltrommel geraten, denn Strom brauche er schon.

Mähen muss der Mann! Nachdem der mit seinem offenbar zu geringen Sehrest die Kabelschlange auf der Wiese nicht erkennen konnte, hat er sie kurzerhand durchgeschnitten. Das nächste Kabel war dann knallgelb. So lernt der Mensch!

"Was plant Ihr eigentlich für Euren Garten?" Die Frage wurde uns öfter gestellt. Ehrlich gesagt hatten wir keinen Plan. Wir hatten nämlich keine Ahnung. Sichtschutz zu den Nachbarn sollte sein, Blumen natürlich. Bunt und duftend. Ein paar Obststräucher wären auch nett. Dann war da noch der Traum vom Flieder vor dem Haus. Das war leicht zu verwirklichen. Allerdings lernten wir in der Baumschule, dass man nicht so einfach einen Fliederbaum kauft. Wir jedenfalls nicht. Das, was die Bezeichnung "Baum" verdiente, war unbezahlbar und hätte einen Bautrupp gebraucht, um das Pflanzloch auszuheben. Es wurde ein kleiner, sehr kleiner. Er war hüfthoch und brauchte noch einen Stützstock an seiner Seite.

Mit dem Sichtschutz hatten wir Glück, wie wir dachten. Freunde hatten kleine Tannen zu verschenken. "Die wachsen schnell und Ihr könnt sie zu einer Tannenhecke wachsen lassen." Tannen sind unten breit und oben spitz. Das war nicht zu ändern. So waren sie dann bald unten so breit, dass unser kleines Grundstück darunter zu verschwinden drohte. Und zwischen ihren Spitzen war immer noch so viel Platz, dass von Sichtschutz keine Rede war. Die Alternative hieß Pergola, die zuranken sollte. "Das kann ich als blinder Mensch mit der Heckenschere auch gut im Griff behalten." Das stimmte.

Zunächst! Der schön duftende Jelängerjelieber fühlte sich wohl und hielt sich nicht an die stillschweigend vereinbarte Wuchshöhe von etwa zwei Metern. Er schaffte mehr als das Doppelte. Eine grüne Masse verwob sich zu einer Art Laubendach, das mit meiner Handschere nicht mal annähernd zu bewältigen war. Außerdem bekamen die darunter liebevoll gepflanzten Blumen keinen Sonnenstrahl mehr ab. Die nahmen das übel. Das Unkraut dagegen war in seinem Element. Ach ja, das Unkraut! Manches war schon kniehoch, bis ich begriff, dass es nicht mein mit Spannung erwarteter Phlox war. "Wie zum Teufel kann ich das artenreiche Zeug denn bloß unterscheiden? Und warum finde ich so vieles, was ich im Herbst gepflanzt habe, im Frühling einfach nicht wieder?"

Ich gebe es zu: Garten ist Kampf! Aber gottseidank nicht nur. Ich habe gelernt, welche Pflanzen für meine Standorte geeignet sind. Ich habe gelernt, was Schnecken in einer einzigen Nacht nicht nur an Dahlien verspeisen können. Ich habe gelernt, dass ich abgegrenzte Beete brauche, die nur so groß sind, dass ich mich darin zurechtfinden kann und alle Pflanzen darin kenne. Jedenfalls dann, wenn ich sie gepflanzt habe. Manches Blümchen oder Bäumchen ist aber auch ein Geschenk vom Wind oder von den Vögeln. Das wird dann für eine Weile oder sogar auf Dauer geduldet. Ich habe verstanden, dass Garten niemals fertig ist und die Natur ihren eigenen Willen hat.

Wichtig ist, dass ich die Herrschaft über mein Reich bekomme und behalte. Das geht nur mit Schere, Säge, Spaten, Hacke. Und mit viel Anstrengung und Geduld.

Bücken und Knien ist für jeden auf Dauer mühsam. Für blinde Gärtner ist dabei Geduld ein besonders wichtiges Werkzeug, denn es dauert alles länger als beim sehenden Nachbarn.

So ist es über die Jahre mein Garten geworden. Weit davon entfernt, perfekt zu sein, und ganz ohne sehende Hilfe, wenn wieder was in den Himmel wachsen will, geht es auch nicht. Aber vieles blüht und duftet. Sogar Rosen gibt es, wenngleich deren Kratzbürstigkeit schon eine Herausforderung ist.

Ach ja, den Flieder vorm Haus gibt es noch. Er ist ein prächtiger Baum geworden, der in jedem Frühling üppig blüht und dessen Duft schon von weitem zu atmen ist.

Es ist wieder Mai! Und wieder hat mir die Natur eine weiße Blütenpracht vors Küchenfenster gezaubert, in der die Amseln singen.

Zur Autorin

Anette Bach, 70 Jahre, leitete 27 Jahre den Bezirk Hessen im DVBS und ist seit drei Jahren Mitglied im Leitungsteam der Interessengruppe Ruhestand im DVBS.

Bild: Anette Bach hat blondes, kinnlanges Haar und trägt eine große Brille mit getönten Gläsern. Das Portraitfoto zeigt sie mit Schal und warmer Jacke draußen vor einer dunklen Holzhütte und blauer Zypresse. Foto: privat

Bild: Anette Bach kniet in ihrem Garten am Beet, in dem die Frühlingsblumen blühen. Es ist mit roten Ziegelsteinen, deren Kanten wie Dreiecke nach oben weisen, umrandet. Foto: privat

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Beruf, Bildung und Wissenschaft

Unterstützung am Arbeitsplatz durch agnes@work

Von Oliver Nadig

Berufswelt im Wandel

Digitalisierung, Globalisierung, Flexibilisierung, Telearbeit, Homeoffice, Agilität: Was auch immer sich für einen einzelnen blinden oder sehbehinderten berufstätigen Menschen hinter diesen sechs Stichworten verbirgt, am Ende läuft es auf eines hinaus: Die Arbeitswelt wandelt sich und das tut sie immer schneller; die Anforderungen steigen. Das erleben zunächst und am Unmittelbarsten natürlich wir Betroffenen selbst, aber auch für unsere Unterstützer (Kostenträger, Leistungsträger, Hilfsmittelfirmen) und unser Arbeitsumfeld (Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen, Arbeitsplatzassistenzen, Betriebs- und Personalräte, Schwerbehinderten-Vertrauensleute) ist das spürbar.

Es verschärfen sich zunächst einmal klassische Probleme wie die fehlende Kompatibilität zwischen Hilfsmitteln und den eingesetzten Softwareanwendungen.

Besonders herausfordernd sind aber völlig neue Aspekte, die wir in unsere Überlegungen einbeziehen müssen, wie etwa:

  • Wie kann ich im Homeoffice oder bei alternierender Telearbeit produktiv arbeiten und gleichzeitig den sozialen Anschluss halten?
  • Früher hatten mich meine Vorgesetzten "unter ihren Fittichen". Jetzt soll ich eigenverantwortlich arbeiten und meinen Arbeitsalltag strukturieren und selbständig organisieren. Wie mache ich das am besten?
  • Wie komme ich bei sich ständig ändernden Arbeitsaufgaben zu passgenauen, barrierefreien Fort- und Weiterbildungen?
  • Wie kann ich bei immer vielfältigeren Tätigkeiten selbst den Überblick behalten und meine Arbeitsplatzassistenz optimal anleiten?
  • Die Arbeitsmethoden in unserem Team werden immer visueller; was kann ich tun, damit ich als seheingeschränkte Person nicht abgehängt werde?
  • Am Telefon Kunden betreuen - kein Problem. Neuerdings muss ich immer öfter offen vor Publikum reden und präsentieren. Wie überwinde ich meine Unsicherheiten und welche technische Unterstützung gibt es?

Wir vom Projekt agnes@work sind davon überzeugt, dass man gerade solchen neuen Herausforderungen mit Kompetenzentwicklung, Empowerment und Team-Unterstützung vor Ort am Arbeitsplatz begegnen kann.

Wir suchen Sie

Wenn Sie solchen oder ähnlichen Herausforderungen an Ihrem Arbeitsplatz begegnen und Unterstützung suchen, dann wollen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wer wir sind und was wir bieten

agnes@work ist ein Projekt des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V. (DVBS), der es zusammen mit Partner*innen wie der Deutschen Blindenstudienanstalt, Berufsbildungs- und Berufsförderungswerken, beruflichen Interessenvertretungen schwerbehinderter Menschen sowie Leistungs- und Kostenträgern durchführt. Der Name steht für "Agiles Netzwerk für sehbeeinträchtigte Berufstätige - Beratungs- und Kompetenznetzwerk am Arbeitsplatz". Gefördert wird agnes@work vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds.

Seit dem Projektstart im August 2020 sind wir mit großenteils selbst blinden und sehbehinderten Expertinnen und Experten zu einem bundesweit handlungsfähigen multiprofessionellen Netzwerk zusammengeschlossen. So können wir gemeinsam u. a. zu den Themen barrierefreie Informations- und Umweltgestaltung, Orientierung und Mobilität, berufspraktische Fähigkeiten, Hilfsmitteleinsatz, Weiterbildung und Empowerment Rat und Hilfe anbieten.

Als berufstätige Person mit Blindheit oder Sehbehinderung können Sie sich zum einen direkt an uns wenden. Sie können den Kontakt aber auch von Unterstützer*innen anbahnen lassen - sei es durch Personen aus Ihrer Firma (Vorgesetzte, Personal- oder Schwerbehindertenvertretung), sei es durch Kostenträger, Fachdienste bzw. Hilfsmittelfirmen.

Im Rahmen einer Auftragsklärung sprechen wir gemeinsam ab, welche Unterstützung von agnes@work geleistet werden soll und kann und welche inner- und außerbetrieblichen Verantwortlichen und Beteiligten in den Prozess mit einzubeziehen sind. Für Sie wird dann aus dem schon angesprochenen Kreis von Expert*innen ein individuell zusammengestelltes Team aus ein bis drei Personen gebildet. Von agnes@work koordiniert, wird dieses Team zeitlich begrenzt an Ihrem Arbeitsplatz tätig. Das Vorgehen ist jeweils individuell, wobei ein Auftaktgespräch mit allen Beteiligten, eine Arbeitsplatzbegehung sowie die Festlegung spezifischer, messbarer und terminierter Einzelziele feste Bestandteile sind.

Über viele Jahre hat der DVBS zudem einen festen Stamm von Mentorinnen und Mentoren aus verschiedensten Berufsfeldern aufgebaut. Mentor*innen sind blinde oder sehbehinderte Personen mit Berufserfahrung, die ehrenamtlich bereit sind, Menschen aus dem gleichen oder einem ähnlichen Berufsfeld über einen längeren Zeitraum "auf Augenhöhe" mit Rat und Hilfe zur Seite zu stehen. Falls gewünscht, finden wir für Sie einen Mentor bzw. eine Mentorin zum langfristigen persönlichen Austausch über die Unterstützung am Arbeitsplatz durch ein Team von Expert*innen hinaus.

All unsere Leistungen bieten wir bundesweit und kostenfrei an.

So erreichen Sie uns

Per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 06421 94888-33. Auf unserer Homepage www.agnes-at-work.de finden Sie unter anderem eine Datenbank mit barrierefreien Weiterbildungsanbietern, Qualifizierungsangebote für inner- und außerbetriebliche Unterstützungsakteure sowie Infos und Checklisten zur digitalen Barrierefreiheit.

Bild: Logo agnes@work - Agiles Netzwerk für sehbeeinträchtigte Berufstätige. Das @-Zeichen im Logo ist in Form eines stilisierten Auges gestaltet.

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Barrierefreiheit und Mobilität

Sehbehindertensonntag 2022 - Ein Monat der Begegnung

Vom DBSV

Aus Anlass des Sehbehindertentages am 6. Juni, der dieses Jahr auf den Pfingstmontag fällt, findet 2022 im gesamten Monat Juni die bundesweite Kampagne "Sehbehindertensonntag" statt. Kirchengemeinden, kirchliche Gruppen, die Selbsthilfe und alle Interessierten sind eingeladen, sich mit Gottesdiensten und Aktionen zu beteiligen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Sehbehinderung und sehbehinderte Menschen, ihre Mitarbeit in der Kirche, die Barrierefreiheit von Gemeinden und das gemeinsame Miteinander. Neben der Sensibilisierung für die Belange sehbehinderter Menschen will das Projekt einen Impuls mit nachhaltiger Wirkung für mehr Barrierefreiheit geben.

Initiatoren sind die Sehbehindertenselbsthilfe sowie Partnerinnen und Partner aus der evangelischen und katholischen Kirche. Infomaterial, das kostenlos bestellt werden kann, wie z. B. Poster, Postkarten, Lesezeichenlupen oder Simulationsbrillen, sowie eine Broschüre mit tollen Aktionsideen für gemeinsame Aktivitäten sehbehinderter und sehender Menschen in allen Altersgruppen, Tipps und Hintergrundinformationen finden Sie auf der DBSV-Webseite unter www.sehbehindertensonntag.de. Bestellungen sind möglich:

Kontakt

Pia Nömer
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 030 285387-171

Bild: Schulter- und Kopfpartie eines jungen Mannes im Profil. Er trägt eine Brille mit dicken Gläsern und zündet aus nächster Nähe ein Opferlicht an. Im Hintergrund weitere leuchtende Kerzen. Foto: DBSV/Friese

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Aus der Arbeit des DVBS

Leselust - Haben auch Sie Lust am Punktschrift-Lesen?

Von Leonore Dreves

Eine Handvoll interessierter DVBS-Mitglieder hat sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Punktschrift zu lesen. Die Voraussetzungen könnten unterschiedlicher nicht sein: Sie reichen vom Punktschrift-Anfänger bis zur erfahrenen Leseratte; dennoch eint uns die Freude am Braille-Lesen. Wohin die gemeinsame Reise der Gruppe Leselust geht, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten noch zeigen; denkbar wäre eine Art Literaturkreis oder gemeinsames Lesen während einer Video-Konferenz. Als erste Aktion konnten alle Leselust-Teilnehmenden den horus 1/2022 in Punktschrift erhalten.

Wir freuen uns, wenn der Kreis der Leselustigen größer wird!

Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen haben oder in die Mailingliste Leselust aufgenommen werden möchten, dann wenden Sie sich an:

Kontakt

Leonore Dreves
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Aus der blista

"Für mich ist es besonders cool, dass wir viel Spaß haben ..." - die Fachoberschule Gesundheit

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie haben junge Leute oft die Freude am Lernen verloren. Sich mit digitalen theoretischen Lerninhalten ranzuhalten, fällt vielen schwerer. Schulische Bildungswege mit hohen Praxisanteilen sprechen junge Leute leichter an und motivieren mit fachpraktischem Unterricht.

Die Fachoberschule Gesundheit, kurz FOG, an der blista bietet einen solchen Mix aus Theorie und Praxis. Damit richtet sich die Carl-Strehl-Schule der blista an Schüler*innen mit Sehbehinderung und Blindheit, die sich für Themen wie Gesundheit und Fitness interessieren und die sich zugleich ein breites Spektrum beruflicher Ziele offenhalten möchten.

"Es ist mal was ganz anderes als die anderen Schulzweige", sagt Sarah und ist davon überzeugt, dass die FOG für viele interessant sein kann, die sich für Gesundheit, den eigenen Körper und Ernährung interessieren. Ihre Klassenkameradin Kim-Denise ergänzt: "Für mich ist es besonders cool, dass wir viel Spaß haben und unglaublich viel lachen. Wenn wir zum Beispiel bei Bewegung und Sport selbst etwas ausprobieren und die Gelenke bewegen. Wir kommen auch alle wirklich gut miteinander klar." "Ich war erst auf dem beruflichen Gymnasium, weil mich der Bereich Gesundheitstourismus interessiert, aber das Fach "Wirtschaft" ist nicht mein Ding. Da lag die FOG als Alternative nahe. Im Praktikum hat mir dann die Physiotherapie enorm viel Spaß gemacht, und ich habe auch gemerkt, dass ich richtig gut darin bin. Das Schöne ist, in dem Beruf kann ich auch arbeiten, wenn sich mein Sehen durch die Augenkrankheit verschlechtern sollte", erzählt Jeanne. Für Hanna lag die Entscheidung von Anfang an fest, denn sie möchte Köchin werden und da passt die FOG gut. Auch ihr hat das Praktikum in der Großküche die Sicherheit gegeben, einen Weg zu gehen, der genau zu ihren Interessen und Fähigkeiten passt.

Seit 2016 gibt es den zukunftsorientierten Bildungsweg auf dem inklusiven blistaCampus, der sorgfältig und exakt auf die Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Schüler*innen zugeschnitten wurde. Wer mit einem mittleren Bildungsabschluss auf die FOG wechselt, muss nur noch zwei Jahre dranhängen, dann sehen die Chancen für Studium und Beruf mit dem Abschluss "Allgemeine Fachhochschulreife" deutlich besser aus. Man kann an Fachhochschulen in jede Richtung studieren oder mit Gesundheitsmanagement, Physiotherapie oder Studium im Gesundheitsbereich bleiben - die FOG eröffnet eine Vielzahl beruflicher Wege. So besteht z. B. am Studienzentrum Mainz die Möglichkeit, den Hochschulabschluss "Bachelor of Arts Medizinalfachberufe" anzuschließen. Das Gesundheitswesen jedenfalls ist ein beliebtes und vielfältiges Arbeitsfeld. Bundesweit ist bereits jede*r achte Beschäftigte im Gesundheitswesen tätig. Die Zahl der Arbeitsplätze wächst hier rund dreimal so stark wie in der Gesamtwirtschaft.

Linktipps

  • Kim-Denise hat im Magazin blista-News über ihr FOG-Praktikum in Mainz berichtet. Der folgende Link führt zu ihrem gleichnamigen Artikel: de/blista-News/fog-praktikum-mainz
  • Im YouTube-Kanal der blista sind zwei Videos neu eingestellt: com/blistaCampus

Kontakt

Gerne berät Martina Dirmeier alle Interessierten persönlich und individuell. Die Abteilungsleiterin berufliche Schulzweige der Carl-Strehl-Schule hat folgende Kontaktdaten:

Martina Dirmeier
Carl-Strehl-Schule der blista
blistaCampus
Am Schlag 6a
35037 Marburg
Tel.: 06421 606-113
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: https://www.blista.de/FOG

Bild: Schülerinnen betasten den Ansatz des Oberarmknochens im Schultergelenk eines Skelettmodels. Foto: blista

Bild: Drei Schülerinnen der FOG im Gespräch, im Hintergrund eine bunte Graffitiwand. Foto: blista

Bild: Zwei FOG-Schüler unterhalten sich während eines Spaziergangs, der an der bunten Graffitiwand einer Unterführung entlangführt, einer der beiden steht dabei auf einem rollenden Skateboard. Foto: blista

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Bücher

Hörbuchtipps zum Krieg in der Ukraine

Von Thorsten Büchner

Seit dem 24. Februar 2022 blicken wir entsetzt und fassungslos in die Ukraine. Seit diesem Zeitpunkt herrscht nach dem Angriff Russlands mitten in Europa wieder Krieg. Stündlich erreichen uns schreckliche Nachrichten und Bilder von kriegerischen Auseinandersetzungen, menschlichem Leid und Verzweiflung.

Trotz vielfältiger Berichterstattung in Radio und Fernsehen möchten wir Ihnen mit unseren vier Hörbuchempfehlungen wichtige historische und politische Hintergrundinformationen zur Ukraine und zu den ukrainisch-russischen Beziehungen anbieten. Sie helfen vielleicht dabei, die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine besser einordnen und verstehen zu können.

Andreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine

Buchnummer: 378972. Spielzeit: 606 Minuten. Sprecher: Hans-Joachim Domschat.

Die Ukraine, zweitgrößter Staat Europas, steht in ihrer Geschichte bis heute im Schatten Russlands. Dieses Buch informiert über die Ukraine vom Mittelalter bis zur Gegenwart, wobei auch die dort lebenden Frauen und Männer aus Polen, Russland, Deutschland sowie Menschen jüdischen Glaubens berücksichtigt werden. Eine Zeittafel, ein Glossar und ein Literaturverzeichnis vervollständigen dieses informative Geschichtsbuch. Die "Kleine Geschichte der Ukraine" erschien zwar bereits Mitte der 90er Jahre, liefert aber wichtige historische Informationen, die zum Verständnis der Gegenwart beitragen.

Andreas Kappeler: Ungleiche Brüder

Buchnummer: 842611. Spielzeit: 577 Minuten. Sprecher: Daniel Kasztura.

Andreas Kappeler ist Osteuropahistoriker und gehört zu den besten Kennern ukrainischer Geschichte im deutschsprachigen Raum. In diesem 2017 erschienenen Buch geht Kappeler auf die russisch-ukrainischen Beziehungen ein und beleuchtet das - über die Jahrhunderte - ambivalente Verhältnis.

Russen und Ukrainer bezeichnen sich seit Jahrhunderten als Brudervölker, wobei sich die Russen in der Rolle des großen Bruders sehen. Andreas Kappeler erzählt die Geschichte dieser ungleichen Brüder als Wechselspiel von Verflechtungen und Entflechtungen. Nicht zuletzt trägt es zum Verständnis des aktuellen russisch-ukrainischen Konflikts bei.

Katja Gloger: Putins Welt

Buchnummer: 780381. Spielzeit: 795 Minuten. Sprecher: Tilman Leher.

Katja Gloger ist Journalistin und war unter anderem Russland-Korrespondentin des "stern". Sie hat den Aufstieg Wladimir Putins erlebt, als erste Journalistin aus dem Westen konnte sie ihn über Monate begleiten. Mit der Ukraine-Krise begann 25 Jahre nach dem Fall der Mauer ein neuer Ost-West-Konflikt, womöglich ein neuer Kalter Krieg. 2015, nach der Annexion der Krim durch Russland, hat Katja Gloger dieses hochgelobte Buch über den russischen Präsidenten und das neue Russland geschrieben. Sie begibt sich auf eine Expedition in ein stolzes, gekränktes und zorniges Land.

"Putins Welt" ist ein vielschichtiger und äußerst lesenswerter Einblick, der sich auch 2022 noch zu lesen lohnt.

Christian Wehrschütz: Brennpunkt Ukraine

Buchnummer: 773631. Spielzeit: 716 Minuten. Sprecher: Peter Holliger.

Im Jahr 2014 hat der österreichische Journalist Christian Wehrschütz, der übrigens immer noch Kiew-Korrespondent des ORF ist, Interviews in der Ukraine geführt und sie in "Brennpunkt Ukraine" versammelt. Die Ukraine ist heute mehr denn je ein gespaltenes Land. Christian Wehrschütz spricht mit einflussreichen Politikern, politischen und militärischen Akteuren - auf Seite der ukrainischen Freiwilligen und der prorussischen Rebellen - sowie mit "ganz normalen" Menschen. Es entsteht ein vielstimmiges Porträt der aktuellen Krise, das Bruchlinien, Hintergründe und mögliche Zukunftsszenarien verdeutlicht.

Kontakt

Deutsche Blindenstudienanstalt e. V.
Am Schlag 2-12
35037 Marburg.
Telefon: 06421 6060
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
oder über unseren barrierefreien Online-Katalog unter
https://katalog.blista.de

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Vorschau horus 3/2022

Schwerpunkt: "IT - Digitale Herausforderungen" / Erscheinungstermin: 29.08.2022 / Anzeigenannahmeschluss: 22.07.2022 / Redaktionsschluss: 27.06.2022

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