horus 4/2023
Schwerpunkt:
"Leben. Bildung. Partizipation": Schlaglichter des VBS-Kongresses 2023

Titelbild horus 4/2023: Fotocollage: Eröffnungsfeier des VBS-Kongresses am 31. Juli 2023 in Marburg mit Blick über das Publikum hinweg auf die Bühne (links), vier Musiker des Bläserensembles um Karl Riessig in der Elisabethkirche (r.o.), Kongressteilnehmer*innen während einer Pause im Baumschatten auf dem blistaCampus (r.u.). Fotos: blista


Inhalt

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Schwerpunkt: "Leben. Bildung. Partizipation": Schlaglichter des VBS-Kongresses 2023

"Leben. Bildung. Partizipation": Eröffnungsfeier des VBS-Kongresses sendete wichtige Impulse in die Kongresswoche

Von Dr. Imke Troltenier und Thorsten Büchner

Vorab riefen die Glocken der Elisabethkirche zu einem wunderschönen "spirituellen Impuls" mit Musikbeiträgen von Schüler*innen aus Rückersdorf, dem Bläserensemble um Karl Reissig, Reflexionen über unsere Hände und farbige Bändel, die die Besucher*innen kreativ verknüpften. Dann öffnete das Erwin-Piscator-Haus seine Tore. Über 600 Gäste strömten zur festlichen Auftaktveranstaltung vom 37. Kongress des Verbands für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik (VBS).

"Nach dem letzten VBS-Kongress 2016 im wunderbaren Graz freuen wir uns, Sie alle heute im schönen Marburg begrüßen zu dürfen! Auf diesen Moment haben wir nun sieben Jahre gewartet. Der VBS-Kongress unter dem Motto 'Leben. Bildung. Partizipation: individuell - spezifisch - flexibel' ist hiermit eröffnet!". Patrick Temmesfeld und Ulrike Bauer-Murr war die Freude über den bevorstehenden Austausch auf wissenschaftlicher, professioneller und ganz persönlicher Ebene anzumerken, als die beiden VBS-Vorsitzenden im gefüllten Erwin-Piscator-Haus den Kongress offiziell eröffneten. Begleitet wurde die gelungene Feierstunde von zwei Gebärdensprach-Dolmetscherinnen und einer Live-Audiodeskription von T-Ohr, die für die blinden Besucher*innen das Bühnenbild, die Räumlichkeiten sowie die auftretenden Redner*innen und Musiker*innen beschrieb. Diese Kommentierungen sorgten auch bei den überwiegend sehenden Gästen der Veranstaltung für so manche "Aha-Effekte", denn der Blick von außen bot so manche Überraschung über die Wahrnehmung des Erscheinungsbildes.

Moderator Thorsten Büchner führte charmant und humorvoll durch die knapp zweistündige Veranstaltung. Zunächst machte der Schirmherr des VBS-Kongresses, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Jürgen Dusel, in seiner Videobotschaft die Bedeutung von Digitalisierung für die Teilhabe von Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung deutlich und wünschte dem Kongress "viele Möglichkeiten zum Austausch und ein gutes Gelingen".

Die große Bedeutung chancengleicher Bildung unterstrich Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn: In der Bildung junger Menschen liege das Zukunftspotenzial unserer Gesellschaft. Sie ging auf die spezifischen Bedarfe von Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung ein und dankte den Kongress-Teilnehmer*innen "für ihren leidenschaftlichen und unermüdlichen Einsatz".

Marburgs Bürgermeisterin Nadine Bernshausen hob die Impulse hervor, die schon oft von Marburg ausgegangen seien, und wünschte "diesem Kongress die Strahlkraft, Dinge in Bewegung zu bringen und zu Veränderungen beizutragen". Anschließend setzte die Sängerin Cynthia Nikschas zusammen mit den Musikern Olaf Roth und Dirk Kunst mit dem Live-Song "Alles gleich Mensch" ausdrucksstark die passenden Akzente.

Im wissenschaftlichen Eröffnungsvortrag ging Prof. Dr. Ulrich Heimlich von der Ludwig-Maximilians-Universität München der Zukunftsfrage unter dem Titel "Quo vadis Sonderpädagogik?" nach. Er betonte die Bedeutung regionaler Netzwerke für mehr und bessere Inklusion junger Menschen. Dabei sehe er Sonderpädagog*innen in der Rolle als Botschafter*innen hin zu mehr Individualisierung in Schule und Freizeit an. 

Premiere feierte der neu komponierte blista-Song, der unter der Leitung von Olaf Roth von blista-Schüler*innen getextet, eingesungen und aufgrund der verdienten Sommerferien im Vorfeld aufgezeichnet und per Video in die Eröffnungsfeier eingebunden wurde.

Erwin Denninghaus erinnerte in seinem historischen Kurzbeitrag an die starke Tradition der Kongresse für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik. Er verdeutlichte am Beispiel des ersten Kongresses vor 150 Jahren, 1873 in Wien, dass Themen wie Bildung und Teilhabe "uns bis heute begleiten und nichts an ihrer Aktualität verloren haben".

Bei der spontanen Abfrage des Moderators Thorsten Büchner, wer denn im Saal die meisten VBS-Kongresse besucht habe, stand der international geschätzte Pionier Dennis Cory auf. Er hatte das Langstocktraining Anfang der 1970er Jahre zusammen mit seiner Frau Pamela an die blista und nach Deutschland gebracht. 

"Roter Trachtenjanker, Sonnenbrille, weißes Haar ..." als letzten Redner beschrieb Florian Schneider von T-Ohr den Präsidenten des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), Hans-Werner Lange. Dieser hob die enge Partnerschaft zwischen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe und dem Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik (VBS) hervor: "Wir arbeiten eng zusammen, was sich auch in der Programmgestaltung dieses Kongresses eindrucksvoll widerspiegelt." Anschließend machten sich die rund 600 Gäste zu Fuß, mit dem Shuttlebus oder E-Bike auf den Weg zum blistaCampus, wo sie in der Kongresswoche rund 200 Vorträge, Workshops und inhaltliche Angebote sowie ein umfangreiches Freizeitprogramm erwartete.

Bilder vom Eröffnungstag: Vier Musiker mit Posaunen und Pauken in der Elisabethkirche (oben), Besucher*innen verknüpfen farbige Bänder (Mitte), Prof. Dr. Heimlich am Rednerpult im Erwin-Piscator-Haus (unten). Fotos: blista

Bild: Die Sonne und Liegestühle auf dem Rasen lockten in der Pause nach draußen: Gäste auf dem blistaCampus im Gespräch. Foto: blista

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Wieso ist sogar das Lesen einer barrierefreien PDF-Datei ein Hindernislauf?

Von Vivian Aldridge

PDF-Dateien sind allgegenwärtig. Allgemeine Geschäftsbedingungen, Rechnungen eines Online-Anbieters und Kontoauszüge kommen selbstverständlich als PDF-Dateien daher. Weniger selbstverständlich - und weniger zugänglich - sind Formulare von Behörden und anderen. Und dann gibt es die vielen Bücher, insbesondere Lehrmittel.

Wo gibt es Hindernisse?

Bekanntlich gibt es lesbare und nicht-lesbare PDF-Dateien. Gemeint ist natürlich das Lesen mit einem Screenreader oder anderer assistiver Technologie. Besteht die PDF-Datei nur aus einem Bild des Dokuments, steht der Text einem Screenreader nicht zur Verfügung - außer er wird dafür von einer Texterkennungssoftware entziffert. Das ist ein Extrem-, aber nicht seltenes Beispiel von Nichtlesbarkeit.

Am anderen Ende des Lesbarkeitsspektrums haben wir barrierefreie PDF-Dateien, die alle Bedingungen eines Standards des universellen Zugangs (PDF/UA-Standard) erfüllen. Oberstes Gebot der Barrierefreiheit - außer der Voraussetzung, dass der Text wirklich als Text vorhanden ist und nicht nur als Bild - ist die Verwendung von Tags. Auf Englisch ist ein Tag so etwas wie ein Etikett, das an etwas angehängt wird. Die PDF-Tags geben an, welche Rolle im Dokument jedes Textelement spielt: Handelt es sich um normalen Text, eine Überschrift einer bestimmten Ebene oder eine Tabellenzelle, vielleicht sogar mit Spaltenüberschriftfunktion? Es mag überraschen, dass sie auch die Reihenfolge der Elemente angeben, da der Text in PDF-Dateien bei Screenreadern schön durcheinander daherkommen kann. Zudem muss es für Bilder und Grafiken Alternativtexte geben, die einem Screenreader an deren Stelle zur Verfügung stehen.

Zwischen diesen Extremen gibt es allerlei Schattierungen: Texte mit Grafiken ohne Alternativtext, Texte mit Bildern von Tabellen, ungetaggte Texte in chaotischer Reihenfolge und vieles mehr. Eine besondere Erwähnung gebührt den sogenannten "durchsuchbaren" PDF-Dateien. Bei ihnen sind die Dokumentseiten als eingescannte Bilder visuell zu lesen, für einen Screenreader ist jedoch der Text zusätzlich digital vorhanden. Die abgebildeten Textelemente wurden von einer Texterkennungssoftware entziffert und als unsichtbarer digitaler Text sozusagen hinter die einzelnen Elemente "geklebt".

Ist das Lesen in einer barrierefreien PDF-Datei denn kein Spaziergang?

Aber zurück zu den barrierefreien Dateien. Hier erkennt ein Screenreader die Textreihenfolge, weiß, was Überschriften sind, und kann diese sogar auflisten. In Tabellen ist die Bewegung von Zelle zu Zelle in jede Richtung möglich und - noch eindrucksvoller - es wird automatisch nicht nur der Zelleninhalt, sondern auch die Spalten- bzw. Reihenüberschrift vorgelesen, damit man weiß, worum es in der Zelle geht.

Wenn sie aber extra für Screenreader aufbereitet sind, warum sollte deren Handhabung schwierig sein?

Es gibt verschiedene Gründe. Nehmen wir als Beispiel eine komplexe Abbildung, sagen wir ein Organigramm. Einfach den Text lesbar zu machen, wäre sinnlos. Wichtig ist der Bezug der einzelnen Textelemente untereinander. Daher wird das Ganze als Grafik dargestellt und ein aussagekräftiger Alternativtext dazu erstellt. Dieser wird vom Screenreader vorgelesen, sobald er auf die Grafik stößt. Nur: gerade bei so etwas Kompliziertem will man die Beschreibung Stück für Stück verdauen und nicht von einem einzigen Wortschwall überwältigt werden.

Dann gibt es die Sache mit dem Suchen, etwa im Adobe Reader. Dieser hat eine Suchfunktion, nur führt sie assistive Technologien wie JAWS nicht zur genauen Fundstelle. Daher hat JAWS eine eigene Suche. Bei langen Dokumenten stößt sie jedoch an Grenzen, und zwar an die Seitengrenzen. Der Grund liegt in der Aufbereitung des Dokuments für die assistive Technologie. Ab einer gewissen (einstellbaren) Anzahl Seiten wird nicht das ganze Dokument aufbereitet, sondern nur die momentan sichtbaren Seiten. Das ist durchaus sinnvoll, da die Aufbereitung Zeit in Anspruch nimmt. Angenommen, sie benötigt für ein 300-seitiges Dokument eine Sekunde pro Seite, kommt JAWS erst nach fünf Minuten zu allen relevanten Informationen - und ebenso lange lässt eine Reaktion des Systems auf sich warten.

Wenn man nicht warten will, muss man also damit leben, dass JAWS nur Informationen über die aktuelle Seite zur Verfügung stehen: Die Überschriftenliste fällt entsprechend mager aus und die JAWS-Suchfunktion findet nur Stellen auf der aktuellen Seite.

Der Sprung auf eine andere Seite, die sofort automatisch aufbereitet wird, ist dagegen kein Problem. Deswegen ist die Suche über einen Umweg dennoch möglich, wenn auch länger und umständlicher: Zuerst wird mit der Suchfunktion von Adobe Reader gesucht, die zumindest die richtige Seite aufschlägt; mit der JAWS-Suche wird dann die genaue Fundstelle lokalisiert.

Die Einzelseitenaufbereitung für assistive Technologien hat auch Vorteile. Es ist erstaunlich schwierig, die erste oder die letzte Zeile einer Seite anzuspringen - außer nur diese Seite ist aufbereitet.

Digitales Turnen für die PDF-Ertüchtigung

Die Schweizerische Fachstelle für Sehbehinderte im beruflichen Umfeld in Basel und Lausanne (Erlenhof | SIBU) unterstützt Personen mit Sehbeeinträchtigungen in der ganzen Schweiz am Arbeits-, Studien- oder Ausbildungsplatz administrativ, organisatorisch, mit Lehrmittelanpassungen sowie mit EDV-Ausrüstungen und Einführungen.

Sie bietet auch stationäre Vorbereitungen auf Berufsausbildung, Studium und Arbeit. Viel Zeit wird der Computerbedienung gewidmet. Dabei ist natürlich auch der Umgang mit PDF-Dateien, im Allgemeinen mit Fusion (einer Zusammenschweißung von JAWS und ZoomText) oder ZoomText. Die Klientinnen und Klienten müssen nicht nur lernen, Dateien zu lesen. Sie müssen schnell Kapitel, nummerierte Seiten, Tabellen und vieles mehr anspringen können.

Aber zunächst müssen sie die Dateien einschätzen können - auch ohne sie mit der Vorlage vergleichen zu können. Ist der Text lesbar und in der richtigen Reihenfolge? Lässt man sie besser durch eine Texterkennung laufen? Sind alle Informationen vorhanden? Welche Texterkennungsfehler haben sich eingeschlichen?

Ein Spaziergang ist das alles keineswegs.

Gibt es nicht flachere Routen?

Die eingesetzten Techniken erfordern fundierte Computerkompetenzen, ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen und nicht zuletzt den Aufbau eines Erfahrungsschatzes. Entsprechend aufwändig ist die Vermittlung. Zudem erwies sich ZoomText mit Adobe Reader als äußerst instabil: Einige Geräte stürzten so oft ab, dass keine Arbeit möglich war. Da liegt der Verdacht nahe, dass man auf dem Holzweg ist.

Daher wurde in einem internen Projekt unter Beteiligung aller Abteilungen und Standorte nach einfacheren Möglichkeiten des PDF-Zugangs gesucht. Nach Tests mit verschiedenen PDF-Anzeigeanwendungen und assistiven Technologien kehrte bald die Ernüchterung ein.

Manche Anwendungen berücksichtigten von vornherein nur barrierefreie Dokumente oder erlaubten den Zugriff auf Strukturinformationen - etwa Seiten und Überschriften - nicht. Einige boten nur rudimentäres oder gar unberechenbar steuerbares Vorlesen. Bei den Meisten waren fremd- oder gemischtsprachige Texte äußerst mühsam, wenn überhaupt handhabbar.

Tests mit Formularfeldern fielen noch vernichtender aus. Sogar bei der eindeutigen Siegerkombination von Adobe Reader und JAWS bzw. Fusion bleiben sie eine digital-athletische Höchstleistungsdisziplin.

Es bleibt beim Fitnessprogramm!

Auf den mühsamen Erwerb von PDF-Kompetenzen können wir also nicht verzichten, den Weg höchstens optimieren. Nicht zuletzt wegen der Instabilität mit Adobe Reader haben wir ZoomText weitgehend durch Fusion ersetzt. Andere Zugänge sehen wir nur in spezifischen Kontexten vor.

PDF-Dateien in aller Vielfalt haben zurzeit einen hohen Stellenwert in der digitalen Welt. Ignorieren können wir sie nicht. Daher müssen wir Zeit investieren, um mit ihnen umgehen zu können.

Zum Autor

Vivian Aldridge ist Ausbildner für kompensatorische Arbeitstechniken und Informatik bei der Schweizerischen Fachstelle für Sehbehinderte im beruflichen Umfeld (Erlenhof | SIBU) in Basel. Nach seinem Physikstudium in Großbritannien wurde er Lehrer und absolvierte ein Nachdiplomstudium in Sehgeschädigtenpädagogik. Schon im Jugendalter interessierte er sich für die Brailleschrift. Heute engagiert er sich ehrenamtlich als Vertreter des Verbandes für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik e. V. im Brailleschriftkomitee der deutschsprachigen Länder (BSKDL).

Bild: Vivian Aldridge blickt von einer Brailleschrift-Lektüre auf. Er hat dunkle Augen, dunkles hohes Haar und einen kurzen melierten Kinnbart. Er trägt eine schmale Brille und ein hellrosa kariertes Kurzarmhemd. Foto: privat

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Recht

"Inklusiver Arbeitsmarkt"

Von Dr. Michael Richter (1)

Erst kürzlich wurde vom Bundestag und Bundesrat das sogenannte "Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarktes" (Bundestag-Drucksache 20/5664, Bundestag-Drucksache 20/6442) beschlossen. Es tritt am 01.01.2024 in Kraft. Das Ziel ergibt sich aus dem Namen und es beinhaltet im Wesentlichen Regelungen zur Änderung insbesondere einiger Förderregularien des SGB IX. Die wichtigsten sind:

1. Die sogenannte Ausgleichsabgabe wird erhöht

Zukünftig wird für Arbeitgeber ab 60 Beschäftigte, die keinen schwerbehinderten Menschen beschäftigen, eine sogenannte "vierte Staffel" bei der Ausgleichsabgabe eingeführt. Für solche Arbeitgeber heißt das, dass sich ihre künftige Ausgleichsabgabe ab dem 01.01.2024 erhöht. Quasi im Gegenzug entfällt jedoch die Möglichkeit zur Ahndung eines Verstoßes gegen die Beschäftigungspflicht im Rahmen eines zusätzlichen Bußgeldes.

2. Konzentration der Mittel der Ausgleichsabgabe

Die Möglichkeit, Mittel aus der Ausgleichsabgabe auch für zum Beispiel Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), das heißt für Maßnahmen außerhalb der Förderung der Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt zu verwenden, wird zukünftig ausgeschlossen.

3. Einführung einer Genehmigungsfiktion für Anspruchsleistungen des Integrationsamtes

Schwerbehinderte Menschen haben unter anderem Anspruch auf Übernahme der Kosten für eine Arbeitsassistenz. Künftig wird eine Genehmigungsfiktion nach Ablauf von sechs Wochen gelten. Das bedeutet, dass ein Integrationsamt spätestens innerhalb von sechs Wochen über einen eingegangenen Antrag (zum Beispiel für Arbeitsassistenz) entschieden haben muss! Andernfalls gilt der Antrag als genehmigt. Dies soll den zeitnahen Abschluss des Bewilligungsverfahrens der Integrationsämter und, insbesondere mit Blick auf übliche Probezeiten, die Arbeitsfähigkeit von neu eingestellten schwerbehinderten Beschäftigten sicherstellen.

4. Aufhebung der Deckelung für den Lohnkostenzuschuss beim Budget für Arbeit

Ziel des Budgets für Arbeit ist es, durch die Kombination aus finanzieller Unterstützung an den Arbeitgeber und kontinuierlicher personeller Unterstützung am Arbeitsplatz, sozialversicherte Arbeitsmöglichkeiten auf dem "Ersten Arbeitsmarkt" für Menschen mit Behinderungen - anstatt einer Werkstattunterbringung - zu ermöglichen. Bisher ist der beim Budget für Arbeit zu erstattende Lohnkostenzuschuss auf 40 Prozent des regelmäßigen Arbeitsentgelts begrenzt. Durch die Abschaffung der Deckelung wird sichergestellt, dass auch nach Anhebung des Mindestlohns in 2023 auf 12 Euro bundesweit der maximale Lohnkostenzuschuss gewährt werden kann.

5. Neue Zusammensetzung des Sachverständigenbeirates versorgungsmedizinische Begutachtung

Um Betroffene als Expert*innen in eigener Sache besser bei der Arbeit des "Ärztlichen Sachverständigenbeirates Versorgungsmedizin" zu berücksichtigen, wird dieser zu einem "Sachverständigenbeirat Versorgungsmedizinische Begutachtung" weiterentwickelt. Die Verbände für Menschen mit Behinderungen, die Länder sowie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) können zukünftig je sieben Mitglieder benennen. Die Partizipation behinderter Menschen in Entscheidungsprozessen wird so deutlich gestärkt.

Die vorgestellten Neuregelungen entsprechen ausnahmslos langjährigen Forderungen behinderter Menschen. Von besonderer praktischer Relevanz für unseren Personenkreis dürfte jedoch die Einführung einer zukünftigen Genehmigungsfiktion für Leistungen des Inklusionsamtes sein. Denn diese begründet die Hoffnung auf deutlich kürzere Bearbeitungszeiten, z.B. der Anträge auf eine selbstorganisierte Arbeitsassistenz, und bietet für den Fall der Nichteinhaltung immerhin die Möglichkeit, dass der Antragssteller in Vorleistung tritt und damit seine Arbeitsfähigkeit herstellen kann, ohne den Verlust seines Anspruchs fürchten zu müssen.

6. Das Gesetz in Kürze

  • Erhöhung der Ausgleichsabgabezahlung gem. § 160 SGB IX
  • Begrenzung der Mittelverwendung gem. § 216 SGB IX
  • Genehmigungsfiktion gem. § 185 Absatz 9 SGB IX
  • Erhöhung der Pauschale für das Budget für Arbeit gem. § 161 SGB IX
  • Neuregelung des Sachverständigenbeirates gem. § 153a SGB IX

Rat und Hilfe

Der Autor ist Geschäftsführer der rbm Rechte behinderter Menschen gGmbH, der Rechtsberatungsgesellschaft des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV). Die rbm bietet Hilfe bei Fragen zum Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarkts. Kontakt:

rbm gemeinnützige GmbH
Rechte behinderter Menschen
Biegenstraße 22
35037 Marburg
Internet: https://www.rbm-rechtsberatung.de/

Anmerkung

(1) Aus: Infobrief: Unterstützung für die erfolgreiche Interessenvertretung sehbeeinträchtigter Menschen Nr. 1/2023, Juli 2023 (siehe www.agnes-at-work.de/aktuelles/infobriefe/sbv-infobrief-1-2023/). zurück

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Aus der Arbeit des DVBS

Auf dem Weg in den Job: TriTeam - Das DVBS-Mentoringprojekt für blinde und sehbehinderte Menschen in Ausbildung, Studium und Beruf

Von Sabine Hahn

Wenn Sie eine Ausbildung absolvieren, studieren oder bereits berufstätig sind, kennen Sie die Situation: Plötzlich gibt es Barrieren oder Fallstricke, mit denen Sie nicht gerechnet haben. Oft tauchen dann Fragen auf, z. B. "Wie kann ich die Herausforderung lösen?" oder "Was ist noch möglich, wenn ich mich überfordert fühle, wenn Zweifel an meinen Zukunftsplänen größer werden und meine Motivation sinkt?" Hier bietet das DVBS-Mentoring-Projekt "TriTeam" praktische Unterstützung an. Zusammen mit einer sachkundigen Mentorin oder einem Mentor und den Erfahrungen anderer Betroffener lassen sich Hürden leichter überwinden und es können Weichen für die berufliche Zukunft gestellt werden. Wird ergänzendes Know-how benötigt, können Mentee und Mentor*in die Unterstützung eines zusätzlichen Fach-Coaches in Anspruch nehmen - sei es zu Fragen der Hilfsmittelbeschaffung, zu fachlichen Fragen, zum Umgang mit der Sehbehinderung oder zur Vermittlung von beruflichen Informationen, Hospitationen und Kontakten.

"Wir möchten Ihnen Gelegenheit geben, von den Erfahrungen anderer blinder und sehbehinderter Menschen zu profitieren, aber auch Tipps geben, die Ihnen beispielsweise das Studium erleichtern können", erklärt Rita Schroll, Projektleiterin des Mentoring-Programms. An TriTeam nehmen jährlich etwa zehn blinde und sehbehinderte Studierende, Auszubildende und Abiturient*innen aus ganz Deutschland teil. Wer momentan arbeitssuchend ist oder Mentoring im Beruf benötigt, ist bei TriTeam ebenfalls willkommen. Vor der Aufnahme ins Programm steht ein Auswahlverfahren, zu dem neben der schriftlichen Bewerbung auch ein Telefoninterview gehört. "So stelle ich je nach Studienrichtung oder Berufsorientierung die Teams möglichst passgenau zusammen", sagt Rita Schroll. Anschließend tauschen sich die Mentoring-Teams regelmäßig per Telefon oder Mail aus, auch persönliche Treffen sind möglich.

Momentan läuft das TriTeam-Programm 2023 mit ausgezeichneter Resonanz. Daher ist für 2024 eine weitere Runde beabsichtigt, die vorbehaltlich der Förderung der Willy Robert Pitzer-Stiftung stattfinden kann.

Möchten Sie als Schüler*in, Auszubildende*r, Studierende*r, Arbeitssuchende*r oder bereits Berufstätige*r Teil eines TriTeams werden, senden Sie am besten schon jetzt eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten einschließlich Telefonnummer, dem Studienfach oder Ausbildungsgang sowie den Studien- bzw. Berufsperspektiven und den Zielen, die Sie im Mentoringprojekt umsetzen möchten, an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Bewerben können sich auch sehbehinderte und blinde Menschen, die nicht DVBS-Mitglied sind.

Die Teilnahme an TriTeam ist kostenlos. Aktuelle Informationen gibt es zeitnah auf der DVBS-Webseite.

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Aus der blista

Wir sind blista: bunt, stark, individuell ...

Eine lebendige Auseinandersetzung mit unserem Slogan "#wirsindblista" war Thema in der Projektwoche 2023.

Unter der Regie der Fachschaft Kunst haben sich Schüler*innen der beiden blista-Schulen, der Carl-Strehl- und der Montessori-Schule Marburg, im Juli mit viel Kreativität auf einen besonders spannenden Weg gemacht. Sie wollten herausfinden, was unsere Gemeinschaft hier auf dem Campus ausmacht. Dazu haben sie viele eigene Gedanken entwickelt und andere befragt: Schüler*innen, Azubis, Klient*innen, Ehrenamtliche, Alumni und Mitarbeiter*innen.

Die Antworten wurden digital gesammelt, weitere beim Rundgang über den Campus persönlich erhoben und als Sounddatei aufgenommen. Daraus entstand zum einen das Bild einer bunten Wortwolke, die die Begriffe und Assoziationen mit viel Kreativität visualisiert. Zum anderen sind einige der persönlichen Antworten als Sounddatei zu hören. Als buntes Plakat in der Größe 3,3 x 5 m bekleidet das Bild nun die Containeraußenwand zum Pausenhof und führt via QR-Code zur einschlägigen Internetseite www.blista.de/wirsindblista.

Den Kunstlehrerinnen ein herzliches DANKESCHÖN! Milena Hristova und Anja Wenzel haben ein tolles Projekt entworfen. Demzufolge bleibt es spannend, denn das Projekt ist noch nicht zu Ende. Es soll fortgeschrieben und weiterentwickelt werden.

Ein zweites ganz herzliches DANKESCHÖN geht an Firmenchef Heiko Reinhardt, dessen Spende die Umsetzung des Projekts möglich machte.

Bild: Plakat mit einer bunten Wortwolke zum Thema "Was uns ausmacht". Zu den teilweise in Braillepunkten aufgeführten Stichworten gehören etwa "Gemeinschaft", "besonders", "Zweite Heimat", "Möglichmacher", "bunt" und "individuell". Foto: blista

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Bücher

Aus der Braille-Druckerei:
Kinder- und Jugendbücher - nicht nur zur Weihnachtszeit

Von Wencke Gemril und Jochen Schäfer

Ein spannendes Jahr geht zu Ende, und bald soll wieder Weihnachten werden - vielleicht ja mit Kinder- und Jugendbüchern aus Marburg unterm Baum. Wir präsentieren sie Euch in dieser Ausgabe, und dabei geht's spannend, phantastisch und magisch zu; lasst Euch also überraschen. Wir beginnen mit bekannten Lebewesen, von denen es auch in diesem Jahr wieder was Neues gibt.

Margit Auer: Die Schule der magischen Tiere, Bd. 14: Ach du Schreck!

Carlsen, Hamburg, 2023. 3 Bände in reformierter Kurz- und Vollschrift, Bestell-Nr. 6339.

In der Wintersteinschule spukt es! Mitten in der Nacht kracht, klappert und krawummst es in den Gängen und Klassenzimmern. Der Hausmeister zittert vor Schreck und Kater Karajan maunzt leise: "Mondiö!" Und dann sorgt auch noch das Halloween-Fest für Aufregung. Die Kinder aus Miss Cornfields Klasse helfen gemeinsam mit ihren magischen Gefährten beim Schmücken und Vorbereiten und tuscheln: "Wer bekommt wohl als Nächstes ein magisches Tier?" Na, wollt Ihr's auch wissen? Dann besorgt Euch gleich das neue Abenteuer. Wo, erfahrt ihr am Ende der Buchvorstellungen.

Gesa Schwartz: Ophelia Nachtgesang

Planet, Stuttgart, 2021, 5 Bände in reformierter Kurz-, 6 in Vollschrift, Bestell-Nr. 6247.

Ophelia ist eine Dunkle Fee, die verstorbene Seelen ins Totenreich führt. Leider geht dabei so manches schief: Mal verliert sie die Seelen, mal lockt sie mit ihrem Gesang die falschen an. Der Schwarze Zirkel gibt ihr eine letzte Chance: Sie soll den 93-jährigen Augustus Pinlin ins Totenreich begleiten. Allerdings ist Augustus ein begnadeter Magier. Und so passiert es, dass dieser einen Großteil von Ophelias magischen Fähigkeiten an sich nimmt. Und da der Alte noch eine Rechnung offen hat, bietet er ihr einen Deal an: Ophelia hilft ihm und bekommt im Gegenzug ihre magischen Kräfte zurück. Und so beginnt ein Abenteuer, das sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht hätte ausdenken können ...

Frank Maria Reifenberg: Projekt Lazarus

Edel Kids Books, Hamburg, 2021, 4 Bände in reformierter Kurz-, 6 in Vollschrift, Bestell-Nr. 6248.

Noah ist 14, stammt aus eher einfachen Verhältnissen und hat es trotzdem geschafft, einen Platz im renommierten Projekt Lazarus zu ergattern. Das ist seine Chance auf eine bessere Zukunft - fern von der Wohnwagensiedlung. Doch der Preis dafür ist hoch, denn Noah wird ohne sein Wissen im scheinbar harmlosen Forschungsprojekt mit einer Künstlichen Intelligenz vernetzt. So entpuppt sich das Projekt für ihn immer mehr als wahr gewordener Albtraum. Als Noah von seinem Freund Moses, der auch Proband bei Lazarus ist, angegriffen wird und schwer verletzt im Krankenhaus landet, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Schnell wird klar, dass hier viel mehr "erforscht" wird als zunächst ersichtlich... Jetzt muss Noah sich entscheiden, ob er an seinem Traum festhalten oder die Menschheit vor den Machenschaften der Künstlichen Intelligenz-Forschung schützen will.

Für Leser*innen ab 12 Jahren.

Costa Samaras: Griechische Mythologie für Kinder

Eulogia, München, 2021, 3 Bände in reformierter Kurz-, 5 in Vollschrift, Bestell-Nr. 6290.

Griechische Sagen für Kinder: Das große Buch für griechische Mythologie und griechische Geschichte. Spannende Abenteuer antiker Titanen, Götter und Helden. Legenden von Odysseus bis Herkules - spannend, kindgerecht und jeweils mit Bezug zur Gegenwart. Eine lesenswerte Lektüre für die ganze Familie.

Empfohlen ab 8 Jahren.

Frank Schwieger: Ich, Zeus und die Bande vom Olymp

dtv, München, 2018, 4 Bände in reformierter Kurz-, 5 in Vollschrift, Bestell-Nr. 6291.

Jetzt reicht's! Seit fast 3000 Jahren erzählen sich die Menschen von den griechischen Göttern und Helden, was sie wollen. Aber jetzt berichten die Olympier und Heroen höchstpersönlich - von A wie Achill bis Z wie Zeus. So erfahren wir, warum der große Held Achill in Mädchenkleidern herumläuft und Apoll einen Baum umarmt, was Beauty Queen Aphrodite und ein goldener Apfel mit dem trojanischen Krieg zu tun haben und warum Ariadne die Heulsuse von Naxos genannt wird - und natürlich auch davon, wo Big Boss Zeus bei all dem seine Hände mit im Spiel hat. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, spannende Geschichten lebhaft zu erzählen und ganz nebenbei eine Menge Wissen über die Götter und Helden der alten Griechen zu vermitteln.

Katja Brandis (Pseud. für Sylvia Englert): Woodwalkers and Friends

In horus 3/2021 hatten wir die Fantasy-Reihe "Woodwalkers" vorgestellt sowie aus der zweiten Reihe "Woodwalkers and Friends" Band 1 mit dem Titel "Katzige Gefährten". Nun sind auch die Bände 2 und 3 der zweiten Reihe erschienen. Sie können von allen gelesen werden, die die Hauptreihe "Woodwalkers" noch gar nicht kennen, da die Geschichten der beiden Reihen unabhängig voneinander sind.

Bd. 2: 12 Geheimnisse

Arena, Würzburg, 2021, 3 Bände in reformierter Kurz-, 4 in Vollschrift, Bestell-Nr. 6237.

Bühne frei für Holly, Brandon, Jeffrey und Co.: 12 Hintergrundgeschichten zu den beliebtesten Woodwalkers-Figuren aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie zeigen Dir die Welt der Woodwalkers, wie Du sie noch nie gesehen hast. Begleite Deine Lieblingscharaktere bei ihren Abenteuern abseits der Clearwater-High! - Triste Weihnachtstage im Waisenhaus? Nicht mit Rothörnchen Holly! Sie hat einen Plan für das schönste Fest aller Zeiten. Jeffrey muss seine Wolfsgestalt an der Menschenschule geheim halten. Ob er mit einer waghalsigen Mutprobe endlich erreichen kann, dass ihn seine Mitschüler akzeptieren? Wapiti-Wandlerin Lou hat schlechte Erfahrungen mit Raubtieren gemacht. Trotzdem kann sie nicht aufhören, an den Pumajungen Carag zu denken. Eines haben alle gemeinsam: Für Gestaltwandler wird das Leben nie langweilig!

Bd. 3: Wilder Kater, weite Welt

Arena, Würzburg, 2022, 5 Bände in reformierter Kurz-, 7 in Vollschrift, Bestell-Nr. 6289.

Die Geschichte von Kater-Wandler Dorian. Ein Leben als verhätschelte Hauskatze führen? Für den jungen Woodwalker Dorian ist das zu langweilig. Kurzerhand sagt er seiner Mutter und den beiden Geschwistern Lebewohl und bricht auf, um die Welt der Menschen zu erkunden. Dabei bekommt er es mit kratzbürstigen Artgenossen zu tun, muss akzeptieren, dass man während des Schulunterrichts kein Nickerchen machen darf, und lernt das beste Katzenfutter der Welt kennen - Kaviar! Das Leben in Freiheit ist anstrengender als gedacht, aber zum Glück helfen ihm seine Gestaltwandlerfähigkeiten immer wieder aus der Patsche.

Als Dorian von einer geheimen Wandlerschule in den Rocky Mountains erfährt, steht für ihn fest: Dort muss er hin. Gemeinsam mit seinen neuen Freunden, Rothörnchen-Wandlerin Holly und Wolfsjunge Bo, begibt er sich auf die Reise quer durch Nordamerika. Doch hier fängt das Abenteuer erst so richtig an!

Aimée Carter: Animox

Oetinger, Hamburg, 2017-19. Bd. 1-4: jeweils 5 Bände in reformierter Kurz-, 7 in Vollschrift, Bd. 5: 6 Bände in reformierter Kurz-, 8 in Vollschrift.

Im Grunde ist der 12-jährige Simon aus New York ein ganz normaler Junge, abgesehen von seiner Fähigkeit, mit Tieren zu sprechen. Doch als ein Adler ihn vor den wilden Bestien des Tierreichs warnt und seine Mutter von einer Horde Ratten entführt wird, verändert sich sein Leben schlagartig. Er erfährt die Wahrheit über seine Familie und seine Gabe: Er ist ein Animox - ein Mensch, der sich in ein Tier verwandeln ("animagieren") kann. Wird auch er zum Wolf wie sein Onkel? Schon steckt Simon mitten in der erbitterten Schlacht der fünf Tierkönigreiche und erkennt bald seine wahre Bestimmung: Er muss die geheime Welt der Animox vor der Vernichtung retten ... Wer Freude an Serien wie dem "Herrn der Ringe" hat, wird auch diese neue Fantasy-Reihe mögen. Sie ist sehr spannend, aber es geht im Lauf der Geschichten auch sehr kriegerisch zu, daher empfehlen wir sie erst ab 14 Jahren.

Erschienen sind: Bd. 1: Das Heulen der Wölfe (Bestell-Nr. 6293), Bd. 2: Das Auge der Schlange (Nr. 6335), Bd. 3: Die Stadt der Haie (Nr. 6336), Bd. 4: Der Biss der Schwarzen Witwe (Nr. 6337), Bd. 5: Der Flug des Adlers (Nr. 6338).

Trisha Kelly: Hallowstone - Der Zauber der Mitternachtsstadt

Arena, Würzburg, 2021. 6 Bände in reformierter Kurz-, 8 in Vollschrift, Bestell-Nr. 6262.

Hexen wohnen in Hallowstone und Werwölfe in den Mondbergen, so war es immer. Denn vermischen sich ihre Magien, wird es gefährlich. Das weiß jedes Hexenkind - auch Prue. Sie wohnt mit ihrem Vater in Hallowstone, ihre Mutter und ihr Bruder aber sind Werwölfe. Prue vermisst die beiden eines Nachts so sehr, dass sie versehentlich die magischen Schutzwälle der Stadt zerstört. Die Werwölfe stürmen herein! Zusammen mit ihren Freund*innen muss Prue die Stadt retten, wozu sie gerade mal bis Mitternacht Zeit haben. Auf ihrem gefährlichen Abenteuer stößt Prue auf Hallowstones größtes Geheimnis - und das hat viel mehr mit ihr und ihrer Familie zu tun, als sie denkt.

Bestelladresse

Deutsche Blindenstudienanstalt e.V.
blistaCampus, Am Schlag 2-12
35037 Marburg
Tel.: 06421 606-0
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
oder über unseren barrierefreien Online-Katalog
https://katalog.blista.de

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Mein Profil - ein ganz anderes Bewerbungstraining von ACCESS@KIT

Einstellungsgespräche sind für viele Bewerberinnen und Bewerber eine stressige Situation: Die Verunsicherung ist groß, wenn es darum geht, über Stärken, Schwächen oder das Interesse an einem Unternehmen zu reden. Auch die Aufforderung "Erzählen Sie mal ein bisschen von sich!" ist eine große Herausforderung. Studierende und Jobsuchende mit Seheinschränkung sind zusätzlich unsicher, wie die Sehbehinderung oder Blindheit thematisiert werden kann.

In Zusammenarbeit mit dem LWP-Trainer Marc Buddensieg bietet das Zentrum für digitale Barrierefreiheit und Assistive Technologien des Karlsruher Instituts für Technologie (ACCESS@KIT) hierzu praktische und erprobte Lösungen, die in einem zweieinhalbtägigen Seminar vorgestellt werden. Das Verfahren von Life/Work Planning (LWP) wurde speziell auf die Bedarfe von Menschen mit Seheinschränkung abgestimmt. Vom 5. bis 7. Januar 2024 lernen und üben Teilnehmende mit Seheinschränkung in Bad Herrenalb, wie sie sich effektiv und authentisch auf ein Einstellungsgespräch vorbereiten können. Im Mittelpunkt stehen die eigenen Ressourcen, d.h. Fähigkeiten, Interessen und Vorlieben und wie sie mit dem Anforderungsprofil einer Stelle bzw. dem Bedarf an qualifiziertem Personal im Unternehmen übereinstimmen. Im Anschluss können diese Methoden selbständig genutzt und vertieft werden.

Die Kosten für die Übernachtung mit Vollpension belaufen sich auf ca. 204,00 Euro. Eine zusätzliche Teilnahmegebühr entfällt.

Weitere Infos können Sie unter der Homepage: https://www.szs.kit.edu/1306.php abrufen oder per Mail unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erfragen.

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Impressum

horus 4/2023
Jg. 85 der Schwarzschriftausgabe
Jg. 97 der Brailleausgabe

Herausgeber

Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) und Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista)

Redaktion

  • für den DVBS: Peter Beck, Andrea Katemann und Nina Odenius
  • für die blista: Isabella Brawata, Thorsten Büchner und Dr. Imke Troltenier

Koordination

DVBS-Geschäftsstelle
Sabine Hahn
Frauenbergstraße 8
35039 Marburg
Telefon: 06421 94888-0
Fax: 06421 94888-10
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: https://dvbs-online.de

Beiträge und Bildmaterial schicken Sie bitte ausschließlich an die Geschäftsstelle des DVBS, Redaktion. Wenn Ihre Einsendungen bereits in anderen Zeitschriften veröffentlicht wurden oder für eine Veröffentlichung vorgesehen sind, so geben Sie dies bitte an. Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung der Redaktion.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts (V. i. S. d. P.)

Andrea Katemann (DVBS) und
Dr. Imke Troltenier (blista)

Verlag

Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V., Marburg
ISSN 0724-7389

Punktschriftdruck

Deutsche Blindenstudienanstalt e. V.
Am Schlag 2-12, 35037 Marburg
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Digitalisierung und Aufsprache

Geschäftsstelle des DVBS
Frauenbergstraße 8, 35039 Marburg
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Schwarzschrift-Druck

Druckerei Schröder, Lindauer & Wolny GbR
Schuppertsgasse 2, 35083 Wetter/Hessen
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.druckerei-schroeder.de

Erscheinungsweise

Der "horus" erscheint alle drei Monate in Blindenschrift, in Schwarzschrift und digital (wahlweise auf einer CD-ROM oder als Download-Link). Die digitale Ausgabe enthält die DAISY-Aufsprache, eine HTML-Version sowie die Braille-, RTF- und PDF-Dateien.

Jahresbezugspreis 2024

40 Euro (Versandkosten Inland inklusiv).

Die Kündigungsfrist beträgt sechs Wochen zum Ende eines Kalenderjahres. Für Mitglieder des DVBS ist der Bezug im Jahresbeitrag enthalten.

Bankkonto des DVBS

Sparkasse Marburg-Biedenkopf
IBAN: DE42 5335 0000 0000 0002 80
BIC: HELADEF1MAR

Die Herausgabe der Zeitschrift "horus" in Punktschrift wird vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband aus Mitteln der "Glücksspirale" unterstützt.

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Vorschau horus 1/2024: Schwerpunkt "Spielerisch" / Erscheinungstermin 04.03.2024 / Anzeigenannahmeschluss 26.01.2024 / Redaktionsschluss 05.01.2024

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