horus 3/2021
Schwerpunktthema: "Briefe an die Politik"Foto oben Tastmodell Rathaus Marburg und Foto unten Reichtagsgebäude Berlin

Titelblatt horus 3/2021. Foto oben: Tastmodell des Marburger Marktplatzes mit Rathaus (Foto: DVBS), Foto unten: Eine sehbehinderte Besucherin des Deutschen Bundestages in Berlin und andere Gäste ertasten das Modell des Reichtagsgebäudes (Foto: Deutscher Bundestag/Lichtblick/Achim Melde)

Inhalt

  • Vorangestellt
  • Aus der Redaktion
  • Schwerpunkt: "Briefe an die Politik"
    • Boysen: 20 Jahre GAK: Aus dem Maschinenraum der verbandlichen Rechtspolitik
    • Th. Büchner: "Viel mehr Arbeit wird das schon nicht sein!"
    • Dr. G. Newiger-Addy: Marburg Macht Mit - Wie gelingt inklusive Bürger*innnenbeteiligung?
    • M. Pfeifer: Sichtbar werden! Erfahrungen eines ehrenamtlichen Interessenvertreters mit der Kommunalpolitik
    • O. Miles-Paul: Teilhabestärkungsgesetz verabschiedet - viele Chancen vertan
    • Dr. H. W. Bach: Unerfüllte Erwartungen: Die Teilhabeberichte der Bundesregierung und die Lebenslagen blinder und sehbehinderter Menschen insbesondere im Bereich Arbeit und Beruf
    • DBSV: Forderungen des DBSV zur Bundestagswahl 2021
  • Beruf, Bildung und Wissenschaft
    • O. Nadig: Auswirkungen des beruflichen Wandels auf Menschen mit Seheinschränkungen5
    • Der Bericht zur Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen 2020 der Bundesagentur für Arbeit ist da
    • PD Dr. P. Schmidt: Blindheit aus der Perspektive der Sehenden. Menschen ohne Augenlicht in den europäischen Periodika des 18. Jahrhunderts*
  • Barrierefreiheit und Mobilität
    • P. Krines: "Sommer bedeutet für mich mehr Schmerzen" - Blinder Musiker kritisiert rücksichtslos abgestellte E-Scooter>
    • J. Stoiber und U. Boysen: Zweifacher Grund zur Freude: 30-jähriges Jubiläum von "Hunde für Handicaps" sowie stärkere Rechte beim Mitführen eines Assistenzhundes
  • Berichte und Schilderungen
  • Aus der Arbeit des DVBS
  • Aus der blista
  • Bücher
    • J. Schäfer: Hélène Jousse: Die Hände des Louis Braille - Eine romanhafte Biografie>
    • Th. Büchner: Hörbuchtipps aus der blista
    • W. Gemril und J. Schäfer: Aus der Braille-Druckerei: "Jugend und Politik"
  • Panorama
    • Wie kann ich was bewegen? - Ein Podcast von und mit Raul Krauthausen
    • J. Schäfer: 100 Jahre organisierte Blindenselbsthilfe in Westfalen
    • Erster Internationaler Low Vision Song Contest
    • Deutscher Hörfilmpreis 2021: Ein starker Jahrgang - sieben Hörfilme ausgezeichnet
    • DoBuS-Schnupperstudium "Studieren mit Behinderung/chronischer Krankheit" an der TU Dortmund
    • Neue Festbeträge für Sehhilfen
    • BAGSO-Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2021
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Anzeigen

Im folgenden lesen Sie Auszüge aus horus 3/2021. Die vollständige Ausgabe wird nach Erscheinen der nächsten Ausgabe (horus 4/2021) am 29. November online zugänglich sein. Eine kostenlose Probeausgabe horus 3/2021 in Print, Braille oder digital erhalten Sie per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: 06421 94888-0.

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Vorangestellt

Liebe Leserinnen und Leser, liebe DVBS-Mitglieder,

sich politisch einmischen, das kann man auf ganz unterschiedliche Weise. Klassisch tut man es, indem man sich um ein politisches Mandat bemüht, ob auf kommunaler Ebene, in einem Landesparlament, im Bundestag oder in Europa. Daneben gibt es aber vielfältige weitere Wege, sich an einer bestimmten politischen Diskussion oder allgemein an der politischen Willensbildung zu beteiligen. Man kann versuchen, Politiker und Politikerinnen zu kontaktieren, man kann publizistisch tätig werden, man kann Selbsthilfeorganisationen unterstützen, die sich um die Durchsetzung politischer Ziele bemühen. Mittel dazu sind die öffentliche Rede, Stellungnahmen, aber auch Briefe oder - moderner - die Nutzung der sog. sozialen Medien.

Und wie stehen Sie und steht Ihr zu solchen Beteiligungsmöglichkeiten? Das war die Frage, die die Redaktion des horus veranlasst hat, den vorliegenden Schwerpunkt zu konzipieren. Briefe an Politiker / Politikerinnen sind dabei nur begrenzt herausgekommen, aber doch lesenswerte Beiträge, die über eigene Erfahrungen im politischen Raum berichten.

Zur politischen Arbeit der Regierungen gehört es, Berichte zu verschiedenen Lebenslagen zu erstellen bzw. in Auftrag zu geben. Das gilt auch für die Teilhabeberichte, an deren kritischer Rezeption seit 2013 Dr. Heinz Willi Bach in ihrem wissenschaftlichen Beirat beteiligt ist. Die Entwicklung dieser Berichte zu verfolgen, ist eine lohnende Aufgabe, spiegeln sie doch - jedenfalls teilweise - den Stand der wissenschaftlichen Bearbeitung des Themas "Behinderung" wider.

Wie Blinden- und Sehbehindertenorganisationen, konkret DVBS und DBSV, mit Themen aus der Politik umgehen, ergibt sich aus der Darstellung über Entstehung und Zweck des Gemeinsamen Arbeitskreises Rechtspolitik, der in diesem Jahr sein 20jähriges Jubiläum feiern kann. Das ist keine spektakuläre, aber eine doch sehr effektive Arbeit. Dabei ist für uns hier wie auch sonst Solidarität ein Schlüsselbegriff, eine Haltung, die wir immer wieder von der Gesellschaft und damit auch von der Politik einfordern, die aber auch für uns untereinander gilt. Konkret lässt sich das anlässlich der DVBS-Mitgliederversammlung am 25. September unter Beweis stellen. Auch dort wird es unter anderem darum gehen, Politik und ihre Versprechungen kritisch zu analysieren, daraus Forderungen abzuleiten und sich auch in unseren Organisationen dafür einzusetzen. Das kann sich für jeden von uns lohnen, und deshalb sollten Sie und solltet Ihr diesen Termin nicht versäumen.

Ihr und Euer

Uwe Boysen

Bild: Uwe Boysen trägt einen roten Pullover und eine dunkle Brille, sein Haar ist weiß. Das Sonnenlicht wirft gerade Flächen von Licht und Schatten an die Wand hinter ihm, auf Uwe Boysen fällt Licht. Er lächelt. Portraitfoto: DVBS

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Schwerpunkt: Briefe an die Politik

Marburg Macht Mit - Wie gelingt inklusive Bürger*innnenbeteiligung?

Von Dr. Griet Newiger-Addy

Bürger*innenbeteiligung wird von immer mehr bundesdeutschen Kommunen als wichtiges Handlungsfeld entdeckt. Partizipation wird einerseits von Bürger*innen eingefordert. Andererseits sehen Mitarbeitende in den Verwaltungen zunehmend die Chancen, die sich durch Beteiligung eröffnen: Kommunale Planungen werden durch die Einbeziehung der betroffenen Einwohner*innen verbessert, Konflikte können dialogisch gelöst werden. Beteiligung soll zudem den demokratischen Zusammenhalt stärken und der zunehmenden Entfremdung von Teilen der Bevölkerung vom politischen System entgegenwirken.

Die aktuelle Neugestaltung der Partizipation auf kommunaler Ebene ist durch eine Institutionalisierung und eine Professionalisierung innerhalb der Verwaltungen gekennzeichnet. In vielen Kommunen werden Bürgerbeteiligungsbeauftragte bzw. Koordinierungsstellen oder Fachdienste für Bürger*innenbeteiligung eingerichtet und digitale Beteiligungsplattformen geschaffen. Gleichzeitig werden verstärkt Instrumente und Methoden wie zum Beispiel Bürgerbudgets, Zufallsauswahl, zielgruppengerechte Beteiligungskonzepte, professionelle Beteiligungsmethoden und kreative Ansätze bei der Ansprache und Öffentlichkeitsarbeit entwickelt und genutzt, um mehr Einwohner*innen zu erreichen und eine größere Beteiligungswirkung zu erzielen. Dadurch stehen Ressourcen und engagiertes Personal zur Verfügung, um unterschiedliche innovative Praktiken der Bürger*innenbeteiligung zu erproben und weiterzuentwickeln. Dabei geht es in der Beteiligungspraxis auf kommunaler Ebene weitgehend um informelle Prozesse jenseits der gesetzlich bestehenden Verpflichtungen zur Öffentlichkeitsbeteiligung. Es handelt sich im Wesentlichen um freiwillige Formen der Beteiligung, weswegen Transparenz und klare Regeln umso wichtiger sind.

In der Universitätsstadt Marburg hat die Beteiligung von Bürger*innen an der Stadtpolitik eine lange Tradition. Seit vielen Jahren werden vielfältige und über gesetzliche Vorgaben weit hinausgehende Formen der Beteiligung genutzt. Beispielsweise wurde 1997 das städtische Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) eingerichtet und gilt inzwischen anderen Kommunen als Modell.

2018 verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung auf Initiative des Oberbürgermeisters ein Konzept zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, das ein Leitbild, Ziele und Maßnahmen und Instrumente zu deren Umsetzung enthält.(1) Das wichtigste Ziel des Konzepts ist es, die demokratische Qualität von Beteiligung weiter zu verbessern. Noch mehr und noch unterschiedlichere Marburgerinnen und Marburger sollen an der Diskussion stadtpolitischer Belange mitwirken. Zudem sollten die vorhandenen Formate systematisiert und digitale Formen und moderne Kommunikationsmöglichkeiten in Beteiligungsverfahren integriert werden.

Wie funktioniert Bürger*innenbeteiligung in Marburg?

Das Leitbild der Bürger*innenbeteiligung in Marburg orientiert sich an Qualitätskriterien, die von einschlägigen Organisationen wie dem "Netzwerk Bürgerbeteiligung" oder der Bertelsmann-Stiftung im Laufe der letzten Jahre entwickelt wurden. Ein wichtiges Element ist dabei Transparenz, z.B. durch eine frühzeitige Information über Vorhaben der Verwaltung. Dafür hat die Stadt auf ihrer Beteiligungsplattform MarburgMachtMit eine Vorhabenliste eingeführt, mit der über wichtige Vorhaben und die Beteiligungsmöglichkeiten frühzeitig informiert wird.(2) Die Vorhabenliste wird regelmäßig aktualisiert.

Ebenso wichtig sind Beteiligungsprozesse, die gut geplant sind und einen Dialog auf Augenhöhe ermöglichen. Für immer mehr Planungsprozesse werden von den Fachdiensten der Marburger Verwaltung Beteiligungskonzepte erstellt, zum Beispiel für den Wohnungsneubau im Marburger Westen, die Entwicklung des Zukunftskonzepts für die Oberstadt und die Entwicklung eines neuen Mobilitäts- und Verkehrskonzepts.(3) Ausgangspunkt ist dabei immer die Frage nach dem Ziel des jeweiligen Beteiligungsverfahrens. Dadurch werden Beteiligungsprozesse klarer und verlässlicher. Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligung werden von Anfang an deutlich gemacht. Moderne Methoden machen Beteiligungsveranstaltungen interessanter und ermöglichen wertvolle Begegnungen und tatsächliche Dialoge der Beteiligten. Außerdem zeichnet sich ab, dass gut konzipierte Beteiligungsprozesse weit über das eigentliche Kernanliegen der Beteiligung an einem bestimmten Thema hinaus Wirkungen in kommunalen Entscheidungsprozessen entfalten können, z. B. dadurch, dass Prozessabläufe frühzeitiger, transparenter, kooperativer und insgesamt offener gestaltet werden müssen.

Auf der neu geschaffenen digitalen Beteiligungsplattform www.marburgmachtmit.de werden alle Informationen zum Thema Bürger*innenbeteiligung gebündelt dargestellt. Außerdem gibt es Informationen zur Förderung des Freiwilligenengagements durch die Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf und die Stadtverwaltung sowie eine Engagementkarte, in der sich Vereine und Initiativen eintragen und vernetzen können. Zudem werden über die Plattform zeitlich befristete Online-Dialoge angeboten, bei denen Marburger*innen Fragen und Anregungen zu städtischen Planungen einbringen und kommentieren können.

Außerdem richtete die Stadt einen Beteiligungsbeirat ein, in dem elf zufällig ausgewählte Bürger*innen sowie Stadtverordnete und Verwaltungsmitarbeitende über Beteiligungskonzepte beraten. Schließlich wurde eine Koordinierungsstelle für Bürger*innenbeteiligung geschaffen, die 2020 in einen Fachdienst umgewandelt wurde.

Viele ansprechen und erreichen

Ein wichtiges Ziel der Weiterentwicklung der Partizipation in Marburg ist es, noch mehr und noch unterschiedlichere Marburgerinnen und Marburger an stadtpolitischen Belangen zu beteiligen. Dazu werden vielfältige Ansätze erprobt. So wurden begleitend zu Beteiligungsveranstaltungen sehr unterschiedliche Befragungen durchgeführt, wobei die Methode durch das jeweilige Ziel der Beteiligung bestimmt wurde. Beispielsweise wurden beim Zukunftskonzept Oberstadt und dem Bewohnerparken jeweils alle Einwohner*innen bzw. Haushalte eines Stadtteiles angeschrieben und konnten sich per analogem oder digitalem Fragebogen beteiligen. An den Befragungen beteiligten sich jeweils ca. ein Fünftel der Angeschriebenen. Für das Mobilitäts- und Verkehrskonzept wurde eine Online-Befragung angeboten, die sich nicht nur an Menschen in Marburg, sondern auch an Pendler*innen im Umland richtete. Daran nahmen insgesamt ca. 3700 Interessierte teil. Methodisch ganz anders angelegt waren dagegen zwei Haustürbefragungen in einzelnen statistischen Bezirken in Wehrda und am Richtsberg zum Leben und Zusammenleben in den jeweiligen Stadtteilen. Hier ging es u.a. darum, auch Marburger*innen zu erreichen, die eine Einwanderungsgeschichte haben und von denen ein Teil nicht so gut deutsch spricht. Daher war ein Teil der für die Befragung eingesetzten Interviewer*innen mehrsprachig. Von den insgesamt 207 Teilnehmenden waren 118 im Ausland geboren und hatten also eine Einwanderungsgeschichte.

Neue Marburger*innen werden auch durch stadtteilbezogene Formate erreicht. So setzt der Fachdienst Bürger*innenbeteiligung das Pilotprojekt Stadtteilfonds um. Dabei werden vier Stadtteilen jeweils 5.000 Euro von der Universitätsstadt Marburg zur Verfügung gestellt, um Projekte von Bürgerinnen und Bürgern zu finanzieren. Jede*r Einwohner*in ab 14 Jahre mit Erst- oder Zweitwohnsitz in den jeweiligen Stadtteilen kann Projektideen für den Stadtteil entwickeln und dafür Projektanträge stellen. Damit sollen u.a. bürgerschaftliches Engagement, eine Belebung der Stadtteilkultur und eine Vernetzung im Stadtteil gefördert werden. Über die Projektideen und Anträge entscheidet in jedem Stadtteil eine Stadtteiljury. In der Stadtteiljury sind der Ortsbeirat, die Stadtteilgemeinden und weitere Akteure im Stadtteil sowie zufällig ausgewählte Einwohner*innen vertreten.(4)

Wiederum anders angelegt sind die Vorortdialoge, die im Rahmen des städtischen Handlungskonzepts "Für Dialog und Vielfalt - Gegen Rassismus, Ausgrenzung und Demokratiefeindlichkeit" umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Gesprächsangebot des Oberbürgermeisters und der jeweiligen Ortsvorsteher*innen an die Einwohner*innen, die Fragen stellen und Anliegen einbringen können. Im Kern geht es darum, in einem ersten Schritt erst einmal zuzuhören und zu erfahren, wie es den Menschen in den Stadtteilen geht und was ihre Anliegen sind. In einem zweiten Schritt können dann Ortsbeiräte und Magistrat diese Anliegen aufgreifen und - wenn möglich - Lösungsvorschläge entwickeln. Politik und Verwaltung zeigen damit, dass Einwohner*innen mit ihren Anliegen nicht allein gelassen werden und dass die Mechanismen des demokratischen Systems in ihrem direkten Umfeld funktionieren.

Pandemiebedingt wurden die meisten Vorortdialoge als digitale Livestream-Veranstaltungen umgesetzt, bei denen Fragen und Anliegen per Chat oder telefonisch eingebracht werden konnten.(5) Die Vorortdialoge wurden aufgezeichnet und sind dauerhaft im Internet abrufbar. Dadurch hat sich die Zahl derjenigen, die mit diesem Format erreicht werden konnten, erweitert, insbesondere, weil viele Interessierte sich im Nachhinein über die Veranstaltungen informierten. Beispielsweise waren in einem Stadtteil ca. 30 Menschen bei der Veranstaltung selbst zugeschaltet, einige Monate später hatten aber mehr als 400 Menschen die Veranstaltung als Video-on-Demand verfolgt. Einer der Vorortdialoge war als besonderes Format für Jugendliche gestaltet. Die Diskussion mit dem Oberbürgermeister wurde mit einem Gamification-Ansatz, nämlich einem gemeinsamen Computerspiel, verbunden. Das Ganze wurde natürlich digital übertragen und kommentiert.

Auch die zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit bei Beteiligungsverfahren wurde ausgeweitet. Bei jedem Beteiligungsverfahren werden Akteure und Zielgruppen analysiert, die erreicht werden sollen. Auf dieser Basis werden Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit ausgewählt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Neben den üblichen Instrumenten der Pressearbeit werden zum Beispiel haushaltsabdeckend verteilte Flyer in einzelnen Stadtteilen, Social-Media-Kanäle der Stadt, Plakate in Bussen oder visuell auffällige Verteilaktionen auf öffentlichen Plätzen eingesetzt.

Inklusion mitdenken

Teil des inklusiven Ansatzes der Bürger*innenbeteiligung der Stadt Marburg - und der Stadtverwaltung insgesamt - ist es selbstverständlich auch, unterschiedliche Angebote für Menschen zu machen, die mit Beeinträchtigungen leben, und deren Perspektive mit zu berücksichtigen. Beispielsweise werden alle digitalen Angebote zur Beteiligung jeweils gesondert mit Blick auf ihre Barrierefreiheit / Barrierearmut für Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung getestet. Bei allen Beteiligungsveranstaltungen stehen Mittel zur Verfügung, falls Teilnehmende eine besondere Unterstützung benötigen. Bei der Online-Beteiligung für einen barrierefreien Ausbau des Marburger Südbahnhofs, die gemeinsam mit dem betreffenden Fachdienst und der DB Station&Service AG umgesetzt wurde, wurden Informationen auch in Leichter Sprache angeboten. Bei Veranstaltungen, die im Netz abrufbar sind, werden seit neuestem Gebärdendolmetscher eingesetzt. Diese Ansätze sind ein Anfang und sollen nach Möglichkeit weiter ausgebaut werden.

Zentrales Anliegen ist es aber auch, Inklusion immer in einem Zusammenhang zu denken und die Bedürfnisse und Anliegen unterschiedlicher Gruppen zusammenzudenken. Das Ziel ist es, möglichst viele gegenseitige Lernerfahrungen zu ermöglichen.

Sehr lehrreich und fruchtbar war daher das Projekt "Kommunalwahl 21 - Verstehen und Mitmachen", das der Fachdienst Bürger*innenbeteiligung zusammen mit dem Fachdienst Soziale Leistungen, der Verantwortlichen für Behindertenfragen, dem Gleichberechtigungsreferat, der AG Leichte Sprache des Behindertenbeirates der Universitätsstadt Marburg und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen umsetzte. Wichtigster Projektpartner war das Projekt WirSprechenMit der Lebenshilfe. Das - inzwischen beendete - Projekt zielte darauf ab, die politische Beteiligung von Menschen mit Lernbeeinträchtigungen zu stärken.

Dafür wurden Beteiligungsformate für Menschen mit Lernbeeinträchtigungen umgesetzt, z.B. ein Treffen von Teilnehmenden des Projekts WirSprechenMit sowie zwei Schülern der Mosaikschule mit dem Oberbürgermeister der Stadt Marburg. Bei dem sorgfältig vorbereiteten Treffen wurden Fragen gestellt und Anliegen eingebracht, z.B. zu Fragen der Barrierefreiheit, Leichter Sprache sowie zu den Themen Müll und Schulwege.

Die Zusammenarbeit bei dem Projekt führte einerseits dazu, dass alle Beteiligten wichtige Erfahrungen machen konnten mit Blick auf den Zugang zu politischer Beteiligung von Menschen mit Lernbeeinträchtigungen sowie guten Wegen der Ansprache. Andererseits lernte die Verwaltung viel über die Notwendigkeit, Bürger*innen verständlich zu informieren.

Dies ist eine Erfahrung, die letztlich vielen unterschiedlichen Gruppen zugutekommt. Wenn Sprache ein Hindernis ist, weil sie etwa zu umständlich ist oder zu viele Fachwörter nutzt, schließt dies Menschen aus. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 40 Prozent der Bevölkerung Schwierigkeiten damit haben, mittelschwere Texte zu lesen und zu verstehen. Umso wichtiger ist es, dass Informationen der Verwaltung verständlich aufbereitet sind. Dabei ist eine unverständliche Sprache nicht nur für Menschen mit Lernbeeinträchtigungen eine Hürde. Sie kann auch eine Barriere darstellen für Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, für Jugendliche oder für Menschen, die nicht gut lesen können. Diese Erkenntnisse halfen dann dabei, neben Flyern in Leichter Sprache auch Erklärvideos in einfacher Sprache zur Kommunalwahl im März 2021 und zu den Aufgaben der Kommunen zu erstellen. Dabei arbeiteten auch der Ausländerbeirat, das Team des städtischen Wahlleiters und die Pressestelle der Universitätsstadt Marburg mit.(6)

Insgesamt ist die Gestaltung einer inklusiven Bürger*innenbeteiligung eine äußerst vielfältige Aufgabe und eine große Herausforderung - aber zugleich auch eine große Chance und eins der spannendsten Tätigkeitsfelder in einer kommunalen Verwaltung. Voraussetzung sind eine Kultur der Beteiligung in der Stadtgesellschaft und der Verwaltung sowie ausreichende Ressourcen für die Umsetzung einer inklusiven Beteiligung. Beide Voraussetzungen sind in der Universitätsstadt Marburg in hervorragender Weise gegeben.

Zur Autorin

Die Politikwissenschaftlerin Dr. Griet Newiger-Addy leitet den Fachdienst Bürger*innenbeteiligung der Universitätsstadt Marburg. Während ihrer beruflichen Laufbahn hat sie sich u. a. mit Kinderrechten in der Entwicklungspolitik, lokaler Wirtschaftsförderung und Entwicklungskommunikation in Ghana sowie mit den Themen Regierungsführung, Partizipation und Förderung der Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik und Menschenrechten befasst.
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bild: Dr. Newiger-Addy wendet sich den Betrachtenden lächelnd zu und blickt uns direkt an. Über ihre Schulter fällt langes blondes Haar. Sie hat blaue Augen und trägt eine weiße Bluse mit großen schwarzen Punkten. Foto: privat

Bild: Das Logo "MARBURG MACHT MIT" zeigt als türkisgrünen Hintergrund des Schriftzugs im oberen Drittel den Schattenriss mehrerer bekannter historischer Gebäude Marburgs auf einer Horizontalen. Eingebunden ist außerdem das Marburg-Logo mit Stadtwappen. ©Universitätsstadt Marburg

Bild: Videospiele mit dem Oberbürgermeister bieten vor allem Jugendlichen eine Gelegenheit, mit dem Kommunalpolitiker ungezwungen über Stadtpolitik oder Wünsche zu chatten. Auf dem grünen Plakat sticht die Einladung "Let's play mit Tommy" in großer Schrift hervor, verziert mit Piktogrammen in Orange aus dem Gaming-Umfeld. Plakat: Stadt Marburg.

Fußnoten

(1) Das Konzept findet sich hier: https://static.werdenktwas.de/domain/63/fs/Dauerhafte_Beteiligung/27_6_2018_KonzeptBrgerInnenbeteiligung_finalbarrierefrei.pdf

(2) Die Vorhabenliste findet sich hier: https://marburgmachtmit.de/topic/vorhabenliste#pageid=undefined&sort=random&status=show&attribute=random&title=&attribute936=&attribute956=

(3) Ein Überblick findet sich hier: https://marburgmachtmit.de/page/beteiligung_jetzt

(4) Zu finden: https://marburgmachtmit.de/page/stadtteilfonds

(5) Zu finden: https://yve.tv/vorortdialog

(6) Zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=n1id4hWfEs4 und https://www.youtube.com/watch?v=NzOvNzAFuKE

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Berichte und Schilderungen

Tanztherapeutische Behandlung von sehgeschädigten Menschen mit Teilleistungsstörungen
Kassenzulassung für Tanztherapie sowie Unterschreitung des Mindestabstands einfordern

Von Marco Meier

Sehr geehrte Damen und Herren,

trotz vieler Bemühungen in Politik und Gesellschaft sind sehgeschädigte Menschen bis heute einer Stigmatisierung ausgesetzt. Bei der Begegnung mit sehenden Menschen entscheidet häufig der bloße Anblick des Blindenlangstockes über die Typisierung der Person. In Marburg (aber auch in vielen anderen Städten) höre ich immer wieder die Aussage von Menschen ohne Behinderung, man könne durch geeignete Hilfsmittel das fehlende Sehvermögen vollständig kompensieren und sei deshalb folglich nicht mehr auf Unterstützung angewiesen. Für einen Großteil der Betroffenen mag das zutreffen, sofern sie keine weiteren Einschränkungen neben ihrer Sehbehinderung haben. Doch wie verhält es sich bei sehgeschädigten Menschen mit Teilleistungsstörungen? Und wie kann eine Tanztherapie diese kompensieren? Gerne möchte ich hier über meine Erfahrungen berichten.

Ich bin einige Wochen zu früh auf die Welt gekommen und lag deshalb im Brutkasten. Mein Gehirn bekam zu wenig Sauerstoff. Der Erblindungsprozess zog sich von Geburt an bis ins junge Erwachsenenalter hin, wobei ich schon in Kindestagen als hochgradig sehbehindert eingestuft wurde. Hinzu kamen frühkindliche Gleichgewichtsstörungen, Aufmerksamkeitsdefizite sowie Probleme bei der sozialen Interaktion mit Menschen. Diese zusätzlichen Beeinträchtigungen wurden durch eine heileurhythmische Therapie nach der anthroposophischen Theorie von Rudolf Steiner behandelt. Während die Gleichgewichtsstörungen nahezu verschwunden sind, zeigen sich bei mir auch heute noch Schwierigkeiten bei der sozialen Interaktion. Auch bei längeren Vorträgen fällt es mir häufig schwer, bis zum Ende der Sitzung aufmerksam zu bleiben. Letztere Herausforderung erlebe ich eben auch beim eigenständigen Lernen für die Uni sowie bei der Vorbereitung auf Klausuren oder Prüfungen. Von vielen Lehrenden wurde mir gesagt, dass ich Leistungsnachweise mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis ablegen könnte. Dementsprechend war bei ihnen die Enttäuschung umso größer, als die Ergebnisse im "guten Bereich" oder schlechter ausfielen.

Schon in der Kindheit habe ich selbst festgestellt, dass ich durch Tanzen (insbesondere paarweise oder in der Gruppe) meine unsichtbaren Beeinträchtigungen innerhalb weniger Minuten lindern konnte. Die Wirkung hat zwei bis drei Tage angehalten, ehe die beschriebenen Probleme wieder aufgetreten sind. Ob ich ADHS-, Legasthenie- oder Autismus-Patient bin, oder ob mein Gehirn einen Mangel am Bindungshormon Oxytozin aufweist, kann ich nicht beurteilen. Ärztliche Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass ich an keiner herkömmlichen psychischen Erkrankung wie einer Depression leide. Kann ich meine unsichtbaren Beeinträchtigungen nicht kompensieren, habe ich im Alltag mit Ermüdungserscheinungen zu kämpfen und bin folglich eben auch auf mehr Assistenz angewiesen.

Vor Corona bin ich regelmäßig in die Tanzschule gegangen, habe in verschiedenen Clubs (ohne vorherigen Alkoholkonsum) getanzt oder an Festlichkeiten teilgenommen. Vor Ort eine Tanzpartnerin zu finden oder mich einer tanzenden Gruppe anzuschließen, hat sich regelmäßig als große Herausforderung erwiesen. Denn wenn man ganz allein solche Örtlichkeiten aufsucht, wird man von der Menschenmenge anders wahrgenommen. Zuletzt wirkte ich in der Tanzgruppe "Kunterbunte Wirbelwinde" der Lebenshilfe Nürnberger Land mit. Seit Beginn des zweiten Lockdowns wurde dieses Angebot bis heute ersatzlos gestrichen. Seitdem haben sich meine Alltagsherausforderungen weiter verstärkt.

Im Internet bin ich auf die Möglichkeit einer Tanztherapie aufmerksam geworden. Tanztherapeutinnen und -therapeuten sind in der Regel Heilpraktikerinnen bzw. Heilpraktiker für Psychotherapie, die sich im Rahmen ihrer Ausbildung schwerpunktmäßig mit dem Thema "Tanz und Bewegung" als heilende Kraft beschäftigen. Durch eine Tanztherapie lassen sich körperliche und psychische Beschwerden behandeln. Dabei werden aber in der Regel keine bestimmten Tänze oder Choreographien vermittelt. In der Tanztherapie wird der Patient bzw. die Patientin angeleitet, durch individuelle Bewegungen oder selbst definierte Tanzschritte die eigenen Herausforderungen, aber auch Potenziale künstlerisch auf das Parkett zu bringen. In persönlichen Gesprächen am Anfang jeder Therapiestunde ermittelt der Tanztherapeut bzw. die Tanztherapeutin das aktuelle Wohlbefinden des Patienten bzw. der Patientin. Den Schluss jeder Therapiesitzung bildet eine Reflexionsrunde. Tanztherapie gibt es als Einzel- oder Gruppenstunde. In Gruppentherapiestunden können neben der individuellen Bewegungsgestaltung auch Gruppentänze, Bewegungsspiele oder kleine Impro-Einlagen hinzukommen, welche die soziale Interaktion in der Gruppe fördern sollen. Die gewonnenen Erkenntnisse können die Patientinnen und Patienten in ihren Alltag integrieren.

Seit den vom Gesetzgeber definierten Regelungen zum Mindestabstand darf Tanztherapie in Gruppen nicht mehr angeboten werden. Selbst bei Einzeltherapie von sehgeschädigten Patientinnen und Patienten ist der Mindestabstand von 1,5 Metern zum Therapeuten bzw. der Therapeutin zu wahren. Diese Regelung halte ich nicht für verhältnismäßig. Sehgeschädigte Menschen können sich häufig nur begrenzt räumlich orientieren. Darüber hinaus ist die Gefahr größer sich zu verletzen. Das gilt insbesondere dann, wenn man sich mit langen Sprüngen durch den Raum tanzt oder spontane Drehungen vollzieht. Auf der anderen Seite darf der Mindestabstand in der Physiotherapie selbst bei leichten Symptomen regelmäßig unterschritten werden.

Die Politik muss handeln. Ich fordere daher die Vertreterinnen und Vertreter der Politik sowie der Behindertenselbsthilfe dazu auf, an einer gesetzlichen Lösung im Bereich der Tanztherapie zu arbeiten. Tanzen kann Leben retten und gesundheitliche Schäden kompensieren bzw. abwenden. Unter diesen Gesichtspunkten halte ich es für sinnvoll, eine Tanztherapie auch als Kassenleistung anzuerkennen. Eine Einzel-Therapie schlägt pro Stunde mit ca. 50 € zu Buche. Für Betroffene ist das viel Geld. Den gesetzlichen Krankenkassen kann man diese Kosten allerdings zumuten, zumal die medizinischen Ausgaben bei Folgeschäden im Falle einer fehlenden Behandlung um einiges höher ausfallen dürften. Darüber hinaus kann eine Tanztherapie auch von Suizid gefährdeten Personen dabei helfen, ihre Gedankengänge in eine positive Bahn zu lenken. Folglich ist die Tanztherapie eine nachhaltige und erfolgversprechende Behandlungsform - und das nicht nur für sehgeschädigte Menschen mit Teilleistungsstörungen. Sprechen Sie mich bei weiteren Fragen zu diesem Diskurs einfach an.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Meier

Bild: Marco Meier schätzt die positiven Auswirkungen von Tanztherapie. Er lächelt. Der Mann Anfang 30 hat einen Dreitagebart, dunkle Augen und braune Haare. Er trägt ein helles T-Shirt und eine helle Windjacke. Foto: DVBS

Bild: Das macht gute Laune: Marco Meier tanzt mit Partnerin Jerusalema, den seit 2020 weltweiten Hit (siehe #JerusalemaDanceChallenge). Beide synchronisieren ihre rhythmischen Bewegungen nebeneinander und halten sich an einer Hand. Marco Meier trägt einen Mund-Nasen-Schutz, seine Tanzpartnerin hat ihr langes dunkles Haar mit einem Haarband zurückgebunden. Foto: DVBS

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Aus der Arbeit des DVBS

Seminare / Fortbildungen

Von Christian Axnick

Ehrenamtsakademie

In der DVBS-Ehrenamtsakademie sind bis Ende Oktober 2021 mehrere Online-Seminare geplant. Am 11. September 2021 findet das Online-Seminar " Resilienz für Beruf und Ehrenamt" statt. Die Fortsetzung des Themas "Bildungsarbeit in der Selbsthilfe" steht an, außerdem soll es eine Einführung in die Zoom-Videokonferenz-Software geben. Die Termine standen zum Redaktionsschluss noch nicht fest, so dass sich ein aktueller Besuch der DVBS-Webseite lohnt.

Auch wer sich für die Referate des mit großem Erfolg durchgeführten Online-Seminars "Barrieren erfolgreich melden" der DVBS-Ehrenamtsakademie vom 26. Juni dieses Jahres interessiert (siehe Bericht von Uwe Boysen), sollte unsere Webseite besuchen, da wir die Vorträge eventuell zur Verfügung stellen dürfen.

Seminare der Fach- und Interessengruppen

Als Präsenzveranstaltungen geplant sind Seminare der Fachgruppe Wirtschaft und der Fachgruppe Musik.

Vom 9. bis 12. September behandelt die FG Wirtschaft in Herrenberg-Gültstein das Thema "Gesprächsführung und Gelassenheit".

Das Seminar der FG Musik unter dem Titel "Voneinander lernen - miteinander musizieren", in dem es auch einen Überblick über Berufsmöglichkeiten im Bereich Musik für sehbeeinträchtigte Menschen gibt, soll vom 17. bis 19. September in Hannover stattfinden.

Die Seminarwoche der Gruppe Ruhestand, die im Mai ausfallen musste, soll vom 27.11. - 4.12. voraussichtlich in Saulgrub nachgeholt werden.

Fachtagung

Ein besonderer Veranstaltungstipp im Herbst ist unsere Fortbildung / Fachtagung "Gute Arbeitsassistenz für sehbehinderte und blinde Erwerbstätige", die in Kooperation mit PRO RETINA e. V. als Präsenzveranstaltung in Kassel geplant ist, und zwar von Donnerstag, dem 14. Oktober 2021, bis Freitag, 15. Oktober 2021. Im Zentrum stehen die Wahl passgenauer Formen der Arbeitsassistenz und die Gestaltung effektiver Kooperationsbeziehungen zwischen blinden und sehbehinderten Assistenznehmenden und Assistenzkräften zur Sicherung der beruflichen Teilhabe. Neben hochkarätigen Vorträgen werden sechs Workshops angeboten, aus denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis zu zwei wählen können. Die Tagungsmoderation liegt bei Klaus Winger, dem ehemaligen DVBS-Geschäftsführer. Für Kurzentschlossene lohnt eine Nachfrage im DVBS nach Anmeldemöglichkeit und näheren Modalitäten, die sich, wie bei allen Präsenzveranstaltungen, je nach Pandemielage ändern können.

Aktuelle Informationen

Sämtliche Veranstaltungen sind unter www.dvbs-online.de\aktuelles\termine gelistet und zu weiteren Informationen verlinkt.

Ansprechpartner in der DVBS-Geschäftsstelle ist
Christian Axnick,
Tel.: 06421 94888-28
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Aus der blista

VBS-Kongress 2023 auf dem blistaCampus

Von Patrick Temmesfeld

Die Vorbereitungen sind gestartet! Kurz vor den Sommerferien traf sich der bereits bestehende Kongressausschuss des VBS, um in die ersten konkreten Planungen für das blista- und VBS-Großereignis einzusteigen.

Vom 31.07. - 04.08.2023 erwarten die Gastgeber über 600 Teilnehmer*innen, die in einem - aktuell noch nicht vorstellbar - lebendigen Miteinander auf dem blistaCampus den fachlichen Austausch zu den aktuellen Fragen der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik gestalten.

Die wichtigste und für alle Verantwortlichen angenehmste Information zuerst: Thema und Organisation bleiben bestehen, so dass auf viel bereits Erarbeitetes und Geplantes zurückgegriffen werden kann.

Also: unter dem Thema "Leben. Bildung. Partizipation (Individuell - spezifisch - flexibel)" und den Themenbändern Digitalisierung, Professionalisierung /Qualifizierung / Interdisziplinarität, Bildung, Wohnen, Arbeit, Freizeit wird der Kongress jetzt inhaltlich "befüllt", zuvorige und neue Referent*innen (wieder-) gewonnen, und die blista wird neben vielen eigenen Angeboten auch ein Wohlfühl-, Aktivitäts- und Festprogramm auf die Beine stellen.

Der DBSV, DVBS und der ICEVI werden als Partner mit dabei sein und inhaltliche Impulse geben sowie ihre jeweiligen Netzwerke mit einbringen. Beiträge aus dem Ausland werden - für einen "Blick über den Zaun" - angeworben.

Bleiben Sie dran und dabei

Auf der Webseite www.vbs2023.de finden Sie immer den aktuellen Stand der Vorbereitungen und Planungen.

Wenn Sie einen Kongressbeitrag einbringen möchten, wenden Sie sich bitte an Sabine Zimmermann, Koordinatorin des VBS-Kongresses 2023 für die blista, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 06421 606-303.

Bild: Logo des VBS mit blauer Schrift auf weißem Hintergrund. Im rechten Teil des Logos bildet ein stilisiertes Auge in Türkis den Hintergrund für das Akronym "VBS"

Bild: Das Logo vom blistaCampus ergänzt den schwarzgrünen Schriftzug "blistaCampus" um den Claim "Bildung für alle". Ein Bogen aus sechs regenbogenfarbenen Kreisen unterstreicht die inklusive Ausrichtung.

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