Inklusive berufliche Weiterbildung sichert Teilhabe.
Weiterbildungsangebote für blinde und sehbehinderte Berufstätige

Blinde und sehbehinderte Menschen nehmen selbstverständlich am Arbeitsleben teil. Die Veränderung der Arbeitswelt durch die voranschreitende Digitalisierung birgt aber für sie einige besondere Schwierigkeiten. Wenn sich Arbeitsmittel und Arbeitsinhalte ändern, dann wird Weiterbildung immer wichtiger für die berufliche Weiterentwicklung. Allerdings berücksichtigen berufsfachliche Angebote nur selten die Bedarfe blinder und sehbehinderter Menschen.

Hier setzt das Projekt iBoB, inklusive berufliche Bildung ohne Barrieren, an: mit Weiterbildungsberatung, Peer-to-Peer-Mentoring und Unterstützung zur Umsetzung der Barrierefreiheit in Bildungsangeboten. iBoB ist ein Projekt des DVBS und wird bis November 2019 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert.

Im nachfolgenden Video stellt das Projektteam die Aufgabenstellung und die bisher erreichten Ergebnisse des Projekts vor.


Übersicht

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Rahmendaten des Projekts iBoB

  • Titel: inklusive berufliche Bildung ohne Barrieren (iBoB)
  • Träger: Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.
  • Laufzeit: 01.11.2016 bis 31.10.2019
  • Förderung: Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds
  • Team: 9 Mitarbeiter*innen, multiprofessionell, inklusiv
  • Link zur iBoB Weiterbildungsplattform: https://weiterbildung.dvbs-online.de

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Zusätzliche Informationen

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Best Practice iBoB: Barrierefreie berufliche Weiterbildungen sind möglich!

Ursula Müller

Unterstützungsstrukturen für die durch Digitalisierung entstehenden beruflichen Veränderungsbedarfe von blinden und sehbehinderten Erwerbsfähigen zu entwickeln und aufzubauen, um so eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt zu fördern: So kann man die Zielsetzung des Projekts „inklusive berufliche Bildung ohne Barrieren“, kurz iBoB, umschreiben.

Zu den Zielen des Projekts gehören:

  1. Sicherung und Eröffnung neuer Arbeitsmarktchancen durch barrierefreie, zukunftsfähige Weiterbildungsangebote.
  2. Den Prototyp einer barrierefreien Weiterbildungsplattform im Internet zu entwickeln, zu erproben und dort nachhaltig zu verankern.
  3. Eine, auf Bedarfs- und Angebotsanalyse basierende, adressatengerechte Angebotspalette zur berufsfachlichen Weiterbildung zur Verfügung zu stellen.
  4. Unterstützung bei der Teilnahme an Weiterbildungslehrgängen und Prüfungen durch ganzheitliche Beratung und Mentoring.

Grundlage für den Aufbau einer Angebotspalette an Weiterbildungsangeboten stellt die in 2017 durch das Projekt iBoB durchgeführte Befragung zu den Weiterbildungsbedarfen und –wünschen von Betroffenen dar. Sie führte zu folgenden Ergebnissen: Mit dem Hauptanteil von 80% wurden Weiterbildungen im Bereich EDV gewünscht, danach mit 62% aus den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, gefolgt vom Umgang und Einsatz assistiver Technologien sowie Führungskompetenz. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurde der Akquiseprozess begonnen, rund 100 Weiterbildungsanbieter wurden für die Bedarfe von sehbeeinträchtigten Menschen sensibilisiert. Nach gut zwei Jahren sind mittlerweile 15 Weiterbildungsanbieter mit auf Barrierefreiheit geprüften Angeboten auf der Weiterbildungsplattform veröffentlicht. Fazit dieses Prozesses: Das Interesse bei Weiterbildungsanbietern an dem Themengebiet „Barrierefreiheit“ ist vorhanden, es besteht aber Sorge vor dem Umsetzungsaufwand!

Auf der Weiterbildungsplattform http://weiterbildung.dvbs-online.de ist es gelungen, Barrierefreiheit transparent darzustellen. Die Plattform ist seit April 2018 online und wurde in dieser Zeit von rund 4.500 Interessierten besucht. Insgesamt sind derzeit 139 Angebote aus 10 Kursbereichen von „Assistiven Technologien“ bis zu „Wirtschaft und Finanzen“ veröffentlicht. Neben dem reinen Bildungsangebot stehen Informationen, unter anderem zu Finanzierungsmöglichkeiten, und Materialien, wie z. B. das Anforderungsprofil für Weiterbildungsanbieter, zum Download zur Verfügung.

„Menschen mit Sehbehinderungen müssen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe an Weiterbildungen erfolgreich teilnehmen können.“ Eine Unterstützung zur Umsetzung der UN-BRK bietet das im Projekt entwickelte Anforderungsprofil „Barrierefreie Weiterbildungen“ für Weiterbildungsanbieter. Anhand von 25 Anforderungen werden die Voraussetzungen für die erfolgreiche Teilnahme an einer Weiterbildung von sehbehinderten Interessierten– von der Anmeldung, über den Veranstaltungsverlauf bis zu den Prüfungen benannt und beschrieben. Zudem werden die technischen Bedingungen für die Gestaltung der Medien zur Informationsvermittlung benannt.

Weiterbildungsanbieter werden bei der Umsetzung barrierefreier Angebote individuell unterstützt und begleitet. Die im Projekt entwickelten Broschüren „Keine Panik. Praxisleitfaden für Weiterbildungsveranstaltungen mit blinden und sehbehinderten Menschen“ und „Gut fürs Image. Praxisleitfaden zur Erstellung textbasierter Alternativen für Grafiken“ sowie verschiedene Checklisten und Prüfanleitungen stellen gute Ergänzungen in dem Prozess dar. Für Dozent*innen, Arbeitgeber und Interessierte steht der webbasierte Sensibilisierungskurs „Digitale Barrierefreiheit“ zur Verfügung.

Zum Portfolio von iBoB gehört zudem eine Weiterbildungsberatung für sehbeeinträchtigte Erwerbsfähige. Das Beratungsangebot berücksichtigt behinderungsspezifische Aspekte, die Grundlagen des Empowerments, und ist eingebettet in ein bundesweit arbeitendes Expertennetzwerk. Ergänzt wird das Beratungsangebot durch den Einsatz des webbasierten Kompetenzcoachings KODE® sowie einem unterstützenden Mentoringangebot. Rund 50 Beratungen wurden bisher durchgeführt. Fragestellungen zur beruflichen Orientierung aufgrund zunehmender Sehverschlechterung, die Suche nach geeigneten Weiterbildungen und deren Fördermöglichkeiten standen dabei im Vordergrund. Aber auch die Entwicklung von Argumentationshilfen zur Vermittlung individueller Bedarfe und Unterstützung im beruflichen Alltag wird nachgefragt und bis Ende der Projektlaufzeit umgesetzt.

Das webbasierte Kompetenzcoaching KODE® unterstützt unter anderem bei der persönlichen Standortbestimmung und ressourcenorientierten Kompetenzentwicklung. Mentor*innen sind Experten in eigener Sache. Sie unterstützen bei Fragestellungen zum Umgang mit der eigenen Behinderung, Berufsorientierung und dem Einsatz von assistiven Technologien. Die in iBoB eingesetzten Mentor*innen sind im Durchschnitt 42 Jahre alt und bundesweit in unterschiedlichen Berufsfeldern beschäftigt. Der Mentorenpool umfasst 80 Mentoren, wovon derzeit 48 aktiv arbeiten. Alle Mentor*innen haben an einer Schulung teilgenommen und werden von den Berater*innen des iBoB-Teams begleitet.

Wähle 06421-9488833 - Weiterbildung barrierefrei

Die geringe Zahl an blinden und sehbeeinträchtigten Erwerbstätigen stellt Sozialversicherungsträger, Arbeitgeber, Schwerbehindertenvertreter und Bundesagentur für Arbeit/Jobcenter vor große Herausforderungen bzgl. der spezifischen Anforderungen und Bedarfe. Deshalb bietet iBoB die Bündelung der aktuellen, umfassenden Informationen und Unterstützungsangebote.

Alle Angebote von iBoB sind bis zum Ende der Projektlaufzeit 31.10.2019 kostenfrei und werden nach Projektende vom DVBS e.V. weitergeführt.

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